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Prosit 2018: weniger VORsätze, mehr UMsätze!

Ich wünsche Ihnen das Beste für 2018! Prosit 2018!

Pro-sit [lat.] heißt so viel wie: Es sei nützlich. Also soll das neue Jahr Ihnen (und hoffentlich auch mir) nützlich sein!

Aber wozu soll 2018 nützlich sein?

Die HR-Trends sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren

Die großen Trend-Themen im Personalmanagement sind offensichtlich so stabil wie selten etwas in diesen Tagen: #Digitalisierung, #Individualisierung, #NewWork und #Unternehmenskultur u.v.m.

Sie alle sind nicht neu und begleiten uns nun schon ein paar Jahre.

Wenn wir sehen, was von diesen Trends in der breiten, alltäglichen HR-Praxis angekommen ist, stellen wir jedes Jahr ein bisschen mehr fest:

Es gibt hier jede Menge zu tun!

Trends im Recruiting…

Seit Jahren lesen wir über #Algorithmen, #Recruiting-Roboter, #KünstlicheIntelligenz bzw. #ArtificialIntelligence, #Analytics oder #CulturalFit im Recruiting.

Und während wenige bereits an ihren (Chat-)bots fürs Recruiting basteln (was noch nicht durchgängig gut gelingt 😉 ), verlassen sich Recruiter in der Praxis mehrheitlich auf Tradiertes: Berufserfahrung und das eigene Bauchgefühl.

Am wichtigsten ist, wenn der Recruiter ein gutes Gefühl hat. Es muss gar nicht so sehr im Fachlichen sein, sondern ein G´spür haben, ob der Bewerber ins Team passt.“

Mobil-optimierte Karriere-Seite? Seit mindestens 5 Jahren ein großes Thema, und bei Henner Knabenreich heuer wieder trendy. Bei nicht mal 2/3 der Unternehmen ist die Karriere-Seit derzeit mobil optimiert! Und dabei reden wir noch gar nicht von einer mobilen Karriere-Seite. (Kennen Sie den Unterschied?)

Ein weiterer Trend im Personalmarketing2null-Blog: am Bewerber optimierte Inserate. Da scheitern wir derzeit schon an den Grundlagen, so die aktuelle wortwelt-Studie: nur rund ein Drittel der Ausschreibungen sind sympathisch formuliert und bei der Hälfte der Inserate ist die Unternehmenskultur nicht mal erahnbar. Und wir propagieren weiter fröhlich die Bedeutung von Cultural Fit.

Es wäre Zeit, mal was anzupacken und in der Praxis sichtbar werden zu lassen.

…und bei Lernen & Entwickeln

Die Liste der L&D-Trendthemen ist nicht minder lang und vielfältig: #NewWork #DigitalLearning, #Augenhöhe, #DigitalSkills, #LearnerExperience, #immersiveEnvironments – um nur einige zu nennen.

Der Ergebnisbericht des MOOCathon #cl2025 mit über 1200 Beteiligten kam letztes Jahr zu einem ernüchternden Ergebnis:

Der Schwerpunkt […] liegt auf der Organisation formaler Bildungsangebote. […] Die Anforderungen des lebenslangen, selbstorganisierten Lernens sind bei MItarbeitern, Führungskräften und Bildungsexperten noch nicht angekommen.

Dabei wissen wir längst, dass es immer weniger um das LERNEN an sich und unsere Lern- und Bildungsangebote geht: Die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu meistern und Probleme lösen, ist entscheidend.

Wir bestätigen gerne weiterhin einander den allgemeinen Trend: The future’s open, continuous and focused on real experience.

Und was setzen wir dazu wirklich um, was kommt erlebbar an?

Weniger Reden, mehr Tun!

Das Internet ist vollgeschrieben mit Trends und Möglichkeiten. In der allgemeinen HR-Praxis ist nur ein Bruchteil davon angekommen.

Zugegeben: Die Vielfalt der Möglichkeiten ist enorm und nimmt ständig weiter zu. Der Alltag hingegen ist meist dicht verplant; schon für die Alltagsarbeit bleibt immer weniger Zeit: da bleibt wenig Spiel-Raum, sich um Neues zu kümmern.

Das ist zwar nachvollziehbar, aber gefährlich: Wenn wir uns nicht mit neuen Ideen und anderen Konzepten beschäftigen, bleiben diese Trendthemen nur Stichworte. Das Buzzword bleibt Verpackung, den Inhalt fabulieren wir selbst dazu – und verfremdet die eigentliche Idee oft bis zu Unkenntlichkeit.

Die Jahre der Verpackungen ohne Blick auf den tatsächlichen Inhalt sind nun wirklich um: können wir uns auch nicht mehr leisten. Die Jahre des Menschen sind da und werden bleiben – mit all ihren Herausforderungen.

Trotz Digitalisierung & Co! Oder gerade deshalb?

Quelle: @NewWorkWoman, https://twitter.com/NewWorkWomen/status/949340217936289792

Bitte keine Vorsätze! Mehr Umsätze!

Also, wie wär es heuer mal mit einem #Mutanfall (wie es Harald Schirmer formuliert).

Machen Sie was Neues! Probieren Sie was Anderes aus! Lassen Sie Ihrer Begeisterung freien Lauf und kommen sie in Ihren Flow.

Wie gut, dass UltraViolett die Farbe des Jahres 2018 geworden ist. Sie steht

symbolisch für das Machbare und die Möglichkeiten – Sie weckt immer wieder die Sehnsucht, neue Welten zu betreten.

Na, das können wir wohl gut gebrauchen. Und was wir dazu sonst noch gut gebrauchen können:

  1. Zeit nehmen
    Nein, Zeit haben wir keine. Wir werden uns diese Zeit schon ganz bewusst nehmen müssen: zum Reflektieren. Recherchieren und Diskutieren.
    Nicht immer wird etwas „Konkretes“ herauskommen. Doch unterschätzen Sie niemals die Macht Ihres Unbewussten: Sie werden sicher profitieren.
  2. In die Verpackungen und hinter Überschriften blicken
    Die (Trend-)Begriffe alleine sind Quelle von Mythen und Missverständnissen. CulturalFit z.B. bedeutet überhaupt nicht „Gleichesgleichen einstellen“.
    Beschäftigen Sie sich ernsthaft mit den Konzepten, recherchieren Sie, bloggen Sie, aber: halten Sie sich von umsatzorientieren Consultants fern. Schätzen Sie das Potenzial für Ihre Organisation selbst ein: was nicht taugt, lassen Sie einfach liegen! Doch achten Sie dabei auf Ihren inneren Schweinehund!
  3. Verständnis schaffen
    Nun kommt der schwierigste Teil: den Boden in der Organisation aufbereiten.
    Nur weil Sie es „gecheckt“ haben, was hinter den Überschriften steckt, heißt das noch lange nicht, dass es Ihr Chef auch so sieht.
    Viele dieser Trendthemen sind keine neuen, einfach umsetzbaren Methoden, sondern benötigen ganz andere Menschenbilder oder persönliche Haltungen. Versuchen Sie bitte nicht, diese zu verändern oder mit Appellen zu beeinflussen. Lassen Sie andere deren MindSets selbst entwickeln; das braucht Zeit und viel Kommunikation.
  4. Gemeinsam TUN und für die jeweilige Organisation auf den Boden bringen
    Nun gilt es die Konzepte auf die Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der eigenen Organisation anzupassen. Patentrezepte gibt es auch hier leider nicht.
    Sie müssen aber nicht alles selbst erfinden – tun Sie es im Netzwerk. Wenn Sie keines haben, dann initiieren Sie eines – intern oder extern. Oder Sie gründen einen WOL-Circle. Und noch etwas: Sparen Sie sich große Pläne, folgen Sie Ihrer (gemeinsamen erarbeiteten) Vision Schritt für Schritt. [Weiter mit Schritt 1.]

Ja, jetzt könnten Sie einwenden, dass diese Punkte wie klassische Neujahrsvorsätze klingen. Ja, dafür taugen sie bestimmt.
Entscheidend ist aber nicht, was Sie sich VORnehmen, sondern was Sie tagtäglich UMsetzen. Das funktioniert nur, wenn wenn Sie nicht müssen, sondern weil Sie wollen.

Wer will, der kann, wer nicht will, muss.

— Seneca

Nicht vornehmen (müssen) – (gerne) Tun! Und wenn es mal wieder nicht so gut klappt, können Sie jeden Tag wieder von Neuem beginnen! Wenn Sie wollen…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Prosit 2018! Damit wir heuer mutig, lernend, in Netzwerken gut weiter kommen. Schritt für Schritt.

Dafür sei 2018 nützlich, Prosit 2018!

Schaffnerlos! Ersetzen Soziokratie und Holokratie die Chefs?

Hierarchie ist Standard. Und was können selbstorganisierte Organisationsformen wie Soziokratie oder Holokratie? Ich habe Christian Rüther gefragt…

Corporate Learning: Es geht ja gar nicht ums Lernen! #clc17

Wenn Lernexperten lernen, dass es gar nicht ums Lernen geht, sind sie sprachlos. Ein Nachbericht zum Corporate Learning Camp 2017

Warnung vor dem Employer Branding!

Überall gibt es Beipacktexte oder Betriebsanleitungen. Für Employer Branding leider nicht. Ein Fehler!

Neuro-Learning? Vergiss es! #hrmmythbusters

Neuro-Learning, Super-Learning und andere gescheite Namen werden fürs optimierte Lernen gefunden. Dumm nur, dass gehirngerechtes Lernen nichts mit Omas Küchenkredenz* zu tun hat.

Neue Arbeitswelten: Architektur bewegt Unternehmenskultur

Ein neues Gebäude bewegt vieles. Auch Emotionen! Über den Weg von mehreren ÖAMTC-Bürostandorten in ein gemeinsames, offenes Mobilitätszentrum …

Es ist Oktober 2011. Der Beschluss ist gefasst: Der ÖAMTC wird ein neues Gebäude in Wien bauen.

Bisher arbeiten die Verwaltungseinheiten des größten österreichischen Mobilitätsclubs an fünf verschiedenen Standorten. Die Büroadressen, die quer über Wien verteilt sind, haben eines gemeinsam: akute Platznot, in teils veralteten Büroräumlichkeiten.

Jahrelanges, konstantes Mitglieder- und Leistungswachstum braucht einfach (neuen) Platz. Eine Renovierung und Erweiterung der bisherigen Standorte wäre teurer im Betrieb gewesen. Neben dem Kostenaspekt sprechen auch die kurzen Kommunikationswege für einen zentralen Standort.

In 5 Jahren von der Idee bis zum Einzug

Das gemeinsame Ziel: In 5 Jahren, also 2016 – rechtzeitig zum 120-jährigen Club-Jubiläum – soll bereits eingezogen werden.

Ein ehrgeiziges Ziel, denn zu diesem Zeitpunkt gibt es weder ein Grundstück in Wien noch eine klare Vorstellung über das künftige Gebäude.

Doch soviel ist schon mal klar: Im neuen Gebäude sollen nicht nur alle Dienstleistungs- und Verwaltungsbereiche erstmals unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuarbeiten. Für die rund 850 Mitarbeiter werden dort neue, moderne Arbeitsumfelder geschaffen. Funktional und transparent, modern und auf Zusammenarbeit ausgerichtet.

Diese Ideen bedeuten im Alltag konkret: mehr Teamarbeit über die Abteilungsgrenzen hinweg, raus aus tradierten Routinen und einen neuen Blick auf Chancen und Möglichkeiten. In den mehrheitlich klassischen Büro- und Arbeitsstrukturen war dies kaum möglich.

Schon während das Grundstück ausgewählt, Architekten gefunden und das Gebäude geplant wurde, wollten wir diese gewünschte (Arbeits-)Zukunft vorweg nehmen: alle Entscheidungen und Prozessschritte haben wir unmittelbar und offen an alle Kolleginnen und Kollegen kommuniziert. Und unseren Planungs- und Kulturprozess haben wir abteilungsübergreifend begleitet: Personal, Kommunikation, Facility Management und die Projektleitung arbeiten die letzten beiden Jahre vor dem Einzug intensiv Hand in Hand.

Kulturentwicklung – the soft side of the ride

In diesen beiden Jahren galt es nicht nur, die Bürolandschaften für die verschiedenen Abteilungen und Arbeitsbereiche konkret zu planen. Diese Zeit nutzten wir auch, um alle Kolleginnen und Kollegen auf ihre neuen Arbeitsumgebungen gut vorzubereiten. Ein neues Arbeitsumfeld braucht neue Gewohnheiten. Und diese haben wir gemeinsam erarbeitet und vorbereitet.

Genauer gesagt übernahm diese Vorbereitung nicht das Projektteam, sondern die Mitarbeiter selbst. Trotz enger Zeitvorgaben im Planungsprozess, setzen wir ganz im Sinne einer gelingenden Kulturentwicklung auf Partizipation.

Bis zu 200 MitarbeiterInnen wurden in unterschiedlichen Rollen – neben ihrem Tagesgeschäft – mit ganz konkreten Aufgaben betraut: die einen erarbeiteten einen Möbelbaukasten, mit dem andere die Flächen nach eigenen Bedürfnissen ausstatteten. Während Führungskräfte Führungs- und Verhaltensprinzipien konkretisierten, arbeiteten Mitarbeiter an der „Bedienungs- und Verhaltensanleitung“ für das gemeinsame neue Haus.

Willkommen in der neuen ÖAMTC Mobilitätszentrale!

Im Winter 2016 sind alle 850 Mitarbeiter an 3 aufeinanderfolgenden Terminen rechtzeitig eingesiedelt.

Von der Architektur waren alle beim ersten Ankommen beeindruckt. Der eigene Arbeitsplatz wurde rasch gefunden und eingerichtet. Viele der neuen Abläufe waren durch die unterschiedlichen Vorarbeiten bereits bekannt.

Auch wenn nicht alles gleich von Anfang an reibungslos geklappt hat, konnten alle rasch produktiv arbeiten. Und fast nebenbei konnten wertvolle Impulse für die Zusammenarbeitskultur gesetzt werden.

Die umfangreiche und intensive Partizipation im Vorfeld hat sich definitiv gelohnt: Gerade die Mitsprache und die ernsthafte Auseinandersetzung mit Ängsten, Befürchtungen und Hoffnungen hat enorm viel Energie bei allen Beteiligten erzeugt. „Es gab bei uns keinen Punkt, wo es hieß: Das geht nicht!“, resümiert eine Kollegin. „Es ist ein feines Gefühl, gehört zu werden und gestalten zu können“, ergänzt eine andere.

 

HR Erfahrungsaustausch: Architektur bewegt Kultur

In der Begleitung dieses spannenden Prozesses haben wir im Projektteam viel gelernt. Diese Erfahrung geben wir gerne weiter:

Mitglieder des Projektteams führen Sie durch das Haus, erzählen gerne mehr über die verschiedenen Rollen in der Vorbereitung und beleuchten die Faktoren, die zum Erfolg des Projekts beigetragen haben.

Wir laden Sie ein:
Architektur bewegt Kultur

7. September 2017,
16:00 bis ca. 18:30 Uhr, danach Get-Together

ÖAMTC Mobilitätszentrum,
1030 Wien, Baumgasse 129

Anmeldungen bitte unter jutta.ableitinger(a)oeamtc.at

 

Über den ÖAMTC: 120 Jahre – aber das ist erst der Anfang …

Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring-Club, ÖAMTC, ist der größte Mobilitätsclub Österreichs und arbeitet aktiv in einem weltweiten Netz von Mobilitätsclubs mit. Für seine mehr als 2 Mio. Mitglieder leisten die Gelben Engel tagtäglich ihren sinnvollen Einsatz für Menschen und Mobilität. Pannenhilfe, Fahrtechnikzentren, Rechtshilfe, Interessenvertretung und Flugrettung sind jene Bereiche, mit denen man den ÖAMTC und die Gelben Engel meistens verbindet.

1896 als Österreichischen Touring-Clubs (ÖTC) für die wachsende Zahl an Radfahrern gegründet, formierte man sich nach den Kriegsjahren gemeinsam mit den Österreichische Automobil-Club (ÖAC) neu: Mit dem jahrelangen Aufstieg der individuellen motorisierten Mobilität wuchs der so geschaffene ÖAMTC zum größten Verein Österreichs. Lange Zeit als „Autofahrerclub“ wahrgenommen, entwickelt sich der ÖAMTC in den letzten Jahren immer stärker zum Mobilitätsclub, der seine Mitglieder – unabhängig vom Verkehrsmittel – in ihrer individuellen Mobilität unterstützt. Die neue Mobilitätszentrale ist ein wesentliches Element des gerade laufenden Transformationsprozesses Österreichs größten Verein.

Recruiting: Raus aus der Folklore! #nextrecruiting17

Viel zu oft ist Recruiting Zufall, Gefühlssache und Tradition. Dabei wissen wir schon länger: das muss sich rasch ändern!

#NewWork – die neue Arbeit! Ist die alte Arbeit denn kaputt?

So jetzt haben wir also unser neues Mode-Thema: #NewWork, #DasNeueArbeiten, #DNA, #Arbeiten40. Wer was auf sich hält, macht mit. Aber wozu eigentlich?

#CCJAM Mehr Mut, mehr Tun, mehr JAM!

Neue Formate können auf dem Weg zu Innovation und Digitalisierung nicht schaden. Doch was ist eigentlich dieser CorporateCultureJam, der zum ersten Mal in Wien stattgefunden hat?

#ccchh17 Was Unternehmenskultur mit Badezimmern zu tun hat …

Ein BarCamp-Nachbericht #ccchh17 über Unternehmenskultur, Digitalisierung, Change und andere Missverständnisse.

MENSCH IN ARBEIT

Mensch in Arbeit ist das Motto meiner Beiträge: Gute Personalarbeit geht besser! Kommentare, Ergänzungen oder Widerspruch sind mir herzlich willkommen.

HERWIG KUMMER bloggt ...

Seit über 2 Jahrzehnten arbeite und lerne ich im HR-Umfeld und engagiere mich für wirkungsvolle Personalarbeit. Hier blogge ich über meine aktuellen Ideen und höchstpersönlichen Sichtweisen.

WEIL ES MIR WICHTIG IST ...

Formulierungen und Bezeichnungen sind teils weiblich, teils männlich verfasst. In jedem Fall meine ich immer gleichberechtigt alle Geschlechter!