Überall gibt es Beipacktexte oder Betriebsanleitungen. Für Employer Branding leider nicht. Ein Fehler!

Ich muss Sie warnen: Employer Branding ist brandgefährlich!

Trotzdem: Employer Branding scheint (noch immer) Top-Thema in den Personalabteilungen zu sein. In Österreich hat für 78,3% der Recruiter hohe Relevanz – laut unserer aktuellen Studie Recruiting im Wandel“.

Aber irgendwie kommt das Thema – außer ein paar netter Bilder – nicht wirklich in die Umsetzung. Von echten nach außen getragenen Kulturelementen wenig Spur, von Kultur-Neid (weil es bei Ihnen so geil ist zu arbeiten, wie es Futurologist Dietman Dahmen am CorporateCultureJam formulierte) sind wir von meilenweit entfernt.

So siecht das Thema auf der HR-Agenda trotz bester Vorsätze weiter dahin. Persoblogger Stefan Scheller behauptet sogar, Employer Branding sei bereits tot. Jo Diercks findet es hingegen höchst an der Zeit, Employer Branding endlich mal zur Welt zu bringen.

Aber Jetzt! Ran ans Employer Branding!

Die Zahlen, Studien und Berichte sind eindeutig – Employer Branding bringt´s! Kultur schlägt Gehalt um Längen und ist z.B. für ein Viertel ein guter Grund den Job zu wechseln.

Also wie packen wir es dennnun an? Diese Frage stellen sich offenbar viele HR-Abteilungen. Immerhin geben in dieser Studie 87,2% der Recruiter an, sie möchten in den kommenden Jahren Expertise dazu aufbauen. Stefan Döring hat fürs erste in seinem Blog die 10 Faktoren für erfolgreiches Employer Branding zusammengestellt.

Das ist schon mal ein guter Anfang: Doch worauf man sich bei diesem Thema wirklich einlässt, können nur wenige abschätzen.
Fast überall gibt es Beipacktexte oder Betriebsanleitungen; für Employer Branding leider nicht. Dabei wäre das dringend nötig.

Egal ob tot oder (noch nicht) lebendig –  Ich kann Sie nur warnen: Erwecken Sie Ihre Employer Brand bitte nicht zum Leben, bevor Sie diese Warnungen gelesen haben.

1. Employer Branding bringt keine Bewerbungen!

Erwarten Sie sich von Employer Branding bitte nichts. Zumindest nichts Konkretes. Schon gar keine zusätzlichen Bewerbungen.

Wenn Sie mehr Bewerbungen wollen, müssen Sie ins Personalmarketing investieren: Also die richtigen Botschaften über die richtigen Kanäle an die gewünschte Zielgruppe. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wollen Sie bessere Bewerbungen haben, so müssen Sie sich wohl mit ihrer Employer Brand, also Ihrem Ruf auf dem Markt, auseinandersetzen und diese idealerweise auch bearbeiten und pflegen.

Natürlich können Sie sich auch NUR mit Recruiting beschäftigen. Ihrer Employer Brand ist das schließlich egal, denn die existiert am Markt sowieso.

Also: Keep Calm and Recruit on!

2. Mit Employer Branding machen Sie sich unbeliebt!

Gut, Sie wollen also Ihre Employer Brand hegen und pflegen.

Sehr mutig von Ihnen, denn Employer Branding erfordert eine klare Positionierung: ein klares Bild in den Köpfen (und Herzen) Ihrer Kandidaten erschaffen, was die Arbeit und den Umgang miteinander in Ihrem Unternehmen auszeichnet (und von anderen Unternehmen unterscheidet!).
Mit Ihren Employer Branding Aktivitäten stellen Sie das laufend in die Auslage und machen es idealerweise vielfältig erlebbar.

Je mehr Sie sich von anderen Unternehmen unterscheiden, desto klarer die Marke! Doch Achtung: während Sie sich für die einen damit immer attraktiver machen, werden Sie für andere immer unattraktiver. Das liegt in der Natur der Sache (und an der Verschiedenartigkeit von Menschen)

Also:  Good Bye, Everybodies Darling!

3. Durch Employer Branding sind Sie von anderen abhängig!

Eine Marke ist ein Versprechen, das auch gehalten werden will.  Dieses Versprechen zu finden und auszuformulieren, ist schon hoher Aufwand.

Dieses Versprechen aber im Alltag einzulösen und erleben zu lassen, ist eine Kunst. Aber genau die macht Ihre Marke stark und lebendig.

Aber Achtung: Das was Sie da am Markt versprechen, müssen Ihre Jobs, Ihre Führungskräfte und ihre Unternehmenskultur auch langfristig halten.

Böse Zungen behaupten ja, dass nirgends wo viel gelogen wird, wie im Recruiting. Das wäre allerdings wirklich brandgefährlich, wie uns ein alter Marketing-Spruch verrät:

„Es gibt nichts Schlimmeres als gutes Marketing für ein schlechtes Produkt“

Also: Was Sie versprechen, müssen andere halten!

4. Mit Employer Branding werden Sie nie fertig sein!

Sie lesen also weiter. Schön, doch da wäre noch eine Kleinigkeit!

Glauben Sie ja nicht, dass Sie es irgendwann es „geschafft“ haben werden, und sich Ihre Employer Brand authentisch und wohlklingend am Arbeitsmarkt einen festen Platz eingerichtet hat.

Rahmenbedingungen ändern sich – intern wie extern – und haben großen Einfluss auf Ihr Markenversprechen. Eine gute Brand braucht (intensive) Pflege und verkommt viel, viel schneller als Sie diese aufgebaut haben.

Also: Wenn Sie keine Ressourcen dafür haben, lassen Sie es einfach!

Sagen Sie also nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Doch wie heißt es so schön: den Mutigen gehört die Welt! Also viel Erfolg!

Habe ich noch Hürden oder Fallen vergessen?
Dann freue ich mich auf Ihren Kommentar unten auf dieser Seite!

 
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