Arbeit 4.0, New Work, Das Neue Arbeiten … alles Schlagwörter ohne direkten Praxisbezug. Wozu und wie man es in Unternehmen angehen könnte, dieser Frage stellt sich der #FlowMOOC17

Im Frühjahr starten einige interessante MOOCs, also Massive Open Online Courses. Ein ganz spannendes Thema greift der #FlowMOOC17 auf:

Wie kommen wir ins Neue Arbeiten und was haben wir davon?

Initiator Lars Richter sieht eine der zentralen Vorteile des Neuen Arbeitens in der Chance, dass wir in unserer Arbeit künftig tatsächlich Flow erleben können, wenn wir es richtig angehen.

Um herauszufinden, ob und wie wir dort hin kommen, startet er am 5. März 2017 den #FlowMOOC17.

Ich habe ihn gefragt, warum man an diesem MOOC teilnehmen sollte.

Also ich bin schon mal fix dabei…

Lars, Du hast zum #FlowMOOC17 eingeladen. Bitte stell Dich kurz vor und erzähle uns, was Dich dazu bewegt hat.

In den letzten Jahren habe ich mich viel mit den Themen New Work, Arbeit 4.0 und Digitalisierung auseinandergesetzt. Das ist ein sehr weites Feld und gefühlt steht momentan jeder Bereich der Arbeit in irgendeiner Form auf dem Prüfstand oder in der Diskussion:

  • Wie wollen wir arbeiten? Wo wollen wir arbeiten?
  • Wie wollen wir lernen?
  • Wie wollen wir geführt werden? Wollen wir überhaupt geführt werden?
  • Welche Rolle spielt HR in der Zukunft?“ oder
  • „Wie muss ein Unternehmen strukturiert sein?

Bei Bedarf wird auf jede dieser und anderer Fragen noch das Etikett digital draufgeklebt: „Wie verändert die Digitalisierung …?

Anfang 2016 habe ich versucht, für mich persönlich ein Resümee zu ziehen, was der grundlegende Kern dieser gesamten Debatte(n) ist. Und für mich ist das Flow: Bei den meisten Fragen, die derzeit überall diskutiert werden, geht es doch darum, dass wir momentan eine Möglichkeit sehen, dass der Wandel der Arbeit zu einer erlebbaren Verbesserung führen kann und soll.

Das Flow-Erlebnis – so wie es von Mihaly Csikszentmihalyi geschildert wird – gibt uns Grundprinzipien an die Hand, wie wir durch eigenes Tun (Arbeit) Glück erleben können. Verstehe ich die Grundprinzipien für Flow, verstehe ich, wie Arbeit sich verändern sollte, damit ich glücklich dabei sein kann.

Wenn man so möchte, ist der #FlowMOOC17 also eine New-Work-Diskussion auf einer sehr grundlegenden Ebene.

Du lädst „jeden interessierten Einsteiger“ zum MOOC ein: „Alle reden von Arbeit 4.0 und New Work und nichts bewegt sich“. Was kann und soll der #FlowMOOC17 daran ändern?

In einem Telefonat, das ich kürzlich mit Sven Franke vom Projekt Augenhöhe geführt habe, sagte dieser einen sehr interessanten Satz:

Es gibt viele Menschen, die zeigen, wie der 25. oder 26. Schritt geht, aber keiner sagt einem, wie der 1. Schritt geht.

Das gibt sehr gut wieder, was ich selbst auch über die New-Work-Szene (wenn es so etwas gibt) denke. Sehr oft wird hochtrabend theoretisiert, aber das hat größtenteils gar keinen Bezug mehr zur Arbeitsrealität vieler Menschen. Die meisten Büroangestellten können sich doch gar nicht vorstellen, durch einen Roboter ersetzt zu werden, weil Sie nicht mal einen vernünftig laufenden Laptop auf der Arbeit haben.

Und zweitens wird meiner Meinung nach zu viel Angst geschürt. Wenn man manche Blogs liest, dann hat man den Eindruck, dass wir morgen alle sterben müssen, weil wir die digitale Disruption verschlafen. Mal im Ernst: Angst war noch nie ein guter Ratgeber. Angst führt vielmehr dazu, dass ich gerade am Altbewährten festhalte, so unklug das letztlich auch ist. Wenn man etwas bewegen möchte, sollte man seine eigene Vision positiv formulieren. Es geht also darum, den Menschen zu zeigen, was die Vorteile sind, wenn man Arbeit verändert.

Ich möchte mich deshalb mit jedem Interessierten erst einmal möglichst unvoreingenommen darüber austauschen:

  • Wie stehen die Teilnehmer zu dem Thema Flow?
  • Was kann man selbst sofort tun, um Arbeit besser zu machen?
  • Was kann man nur mittelfristig ändern?
  • Was nur schwer und was gar nicht?
  • Wo liegt es an einem selbst und wo bin ich auf Unterstützung von anderen angewiesen?
  • Wie stelle ich mir meinen Arbeitsplatz überhaupt vor, dass ich mich schon Sonntagsabend darauf freue?

Das kann und soll zu ganz unterschiedlichen Antworten führen.

Ganz provokant gefragt: Unternehmen funktionieren ja heute auch. Warum sollten sie sich mit intrinsischer Motivation und Gamification beschäftigen? Tun es nicht Boni und Anweisungen auch?

Der Trugschluss ist ja, dass Boni und Anweisungen letztlich nicht so funktionieren, wie wir immer glauben. Sie funktionieren für bestimmte, ganz konkrete Szenarien: nämlich dann, wenn genau klar ist, was zu tun ist. Aber Arbeit entwickelt sich ja vielmehr dahin, dass sie immer kreativer wird.

Alles, was „mechanisch“ oder durch „Routinen“ abbildbar ist, wird höchstwahrscheinlich über kurz oder lang durch Computer automatisiert werden. Für kreative Prozesse sind Bonuszahlungen aber sogar kontraproduktiv und unsere Leistung wird schlechter. Genauso ist es, denke ich, beim Thema Führung. Diejenigen Teams, die so geführt werden, dass die Arbeitsatmosphäre gut ist, arbeiten deutlich effizienter.

Im Übrigen bedeutet Flow zu erleben nicht zwangsläufig, dass man in einem kuscheligen Wellness-Hotel ist oder alle immer happy sind.

Frage mal einen Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfel oder einen Leistungssportler.

Was erwartet Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wenn sie aktiv am #FlowMOOC17 teilnehmen? Was soll am Ende rauskommen?

Der #FlowMOOC17 ist eine Einladung zum gemeinsamen Austausch unter Interessierten. Ich möchte gerade diejenigen an das Thema heranführen, die sich bisher (noch) nicht damit beschäftigt haben, weil es ihnen zu fremd oder zu nichtssagend war.

Wenn überhaupt etwas herauskommen soll, dann vielleicht ein erstes kleines Netzwerk an Gleichgesinnten für jeden Teilnehmer, mit dem er sich weiter in Zukunft austauschen kann.

Was genau dabei rauskommt, soll jeder für sich selbst entscheiden:

Wir gehen jetzt erstmal los und machen den ersten Schritt.

Schön, da bin ich gerne dabei! Danke für das Gespräch, Lars.

 

Facts zum #FlowMOOC17

Connective Massive Open Online Course (cMOOC) zu den Themen intrinsische Motivation, Gamifikation und Flow in der Arbeitswelt

5. März 2017 bis 1. April 2017, Online 

Für interessierte Einsteiger zum Thema „Flow und Motivation auf der Arbeit“.
Der Zeitaufwand beträgt ca. 2,5 Stunden pro Woche – je nachdem wie stark man sich beteiligt auch weniger oder mehr.

Weitere Information unter http://larsrichter.training/flowmooc17/
FAQ unter: http://larsrichter.training/flowmooc17-faq/

 

 
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