Siegfried Kaltenecker forscht und berät zu agiler Unternehmensentwicklung. Jetzt hat er seinen ersten agilen Kriminalroman veröffentlicht. Ein unterhaltsames und lehrreiches Buch.

Ich gestehe: ich mag Kriminalgeschichten, besonders wenn diese in Wien angesiedelt sind. Und wenn die Geschichte dann noch im agilen Umfeld spielt, musste ich mir den Erstlingskrimi „Tatort Kanban“ von Siegfried Kaltenecker vornehmen.

Heiteres Kontrastprogramm: agile Softwareentwicklung vs. klassische Kriminalarbeit

Ein Mord in einer agilen Software-Firma, und die beiden Ermittler Robert Nemecek und Nina Obermayr verstehen nur Bahnhof, wenn es um Standups und Kanban-Boards geht.
Kein Wunder, ist der Polizeialltag doch durch klassische Arbeitsweisen und Routinen geprägt. Dafür sorgt schon der Chef der beiden, Heribert Kappacher, ein Hofrat der alten Schule.

Was ist passier? Just vor dem großen Koordinationsbord der SafeIT wird eines morgens Paul Steiner, Vertriebsexperte des Unternehmens, tot aufgefunden. Das Wiener Sicherheitsunternehmen arbeitet seit einigen Jahren agil, seit die Geschwister Heidrun und Ferdinand Glaser die Geschäftsführung von deren Vater übernommen hatten.

Die SafeIT entwickelte sich aus dem traditionsreichen Familienunternehmen Securitas, das auf Hardware-Sicherheitslösungen spezialisiert und vom Vater Ferdinand Glaser senior gegründet worden war. Das Mordopfer, Paul Steiner, war langjähriger Mitarbeiter und nicht nur Prokurist in der Securitas, sondern auch die rechte Hand des Senior-Chefs.

Die beiden jungen Glaser-Geschwister sahen wenig Zukunftspotenzial in Tresoren und Schließsystemen und setzen seitdem mit der SafeIT auf IT-Sicherheitslösungen und Cybersecurity. Paul Steiner hatte sichtlich Mühe, mit den neuen Rahmenbedingungen zu Recht zu kommen.

Ein toter Kritiker und viele Verdächtige

Paul Steiner hatte sichtlich Mühe, mit den neuen Rahmenbedingungen zu Recht zu kommen. In der agilen Welt galt es auch für den Vertriebsexperten, offen und transparent mit anderen zusammenzuarbeiten. Das funktionierte leider kaum und sorgte für allerlei Konflikte. Nicht nur deshalb war er einer der schärfsten Kritiker dieser neuen Managementmethoden.

Aber auch die beiden Kommissare haben alle Mühe, sich in die agile Welt einzuarbeiten. Was ist ein Kanban-Board? Was ist ein Standup? Und was hat die grüne Kanban-Karte auf dem Schoß des Mordopfers zu bedeuten?

Agile Polizeiarbeit? Undercover!

Ohne zuviel zu verraten: Ermittler Robert Nemecek lässt sich auf die neue Welt ein und schafft es schließlich, mit Hilfe eines eigenen Kanban-Boards etwas Licht in die Sache zu bekommen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen, aber immer verborgen vor den Augen deren Chefs, erschließt er sich die Welt des agilen Arbeitens. Und so gelingt es letztlich, den Täter auszuforschen und durch eine spektakuläre Verfolgungsjagd quer durch die Wiener Innenstadt dingfest zu machen.

Gelungene Premiere und der Wunsch nach mehr …

Der Autor, Siegfried Kaltenegger, ist kein Unbekannter. Er ist Berater und Spezialist für agiles, selbstgesteuertes Arbeiten. Der Experte hat schon einige Fachbücher zu diesen Themen geschrieben.

Sein erster Krimi besticht durch eine spannende, konsistente Geschichte, die in ihren Details lebendig und ausführlich beschrieben wird. Einzig das Buchformat ist überdenkenswert: beim längeren Lesen hält es sich nicht so gut in der Hand wie das bei Krimis beliebte Taschenbuchformat.

Ich hoffe, dass dem ersten Krimi bald ein weiterer Nemecek-Roman folgt. Ich werde ihn bestimmt wieder lesen.

Das Buch ist hier erhältlich: Siegfried Kaltenecker, Tatort Kanban

 

 

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