Mach mich glücklich, Officer!

In Deutschland gibt es die ersten Feel Good ManagerInnen. Zum Glück, oder?

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So, jetzt ist es also soweit.

In Deutschland gibt es die ersten Feel Good ManagerInnen. Beide Damen kümmern sich um das körperliche und seelische Wohl der Mitarbeiter. Die eine bei jimdo, die andere bei spreadshirt. Zum Glück, oder?

Die Idee ist nicht ganz neu. Denn in den USA gibt es Chief Happiness Officer (CHO) schon länger.

Noch trifft man sie sehr vereinzelt und sind damit noch lange kein Trend. Das könnte sich aber rasch ändern: Erst unlängst widmete die Harvard Business Review dem Thema eine ganze Ausgabe. Und die Grundidee dahinter klingt einleuchtend: Glückliche und zufriedene Mitarbeiter leisten einfach mehr und bleiben länger im Unternehmen.

“Wichtig ist eine tolle Atmosphäre im Job. Der Wohlfühlfaktor muss stimmen”, ist Magdalena Bethge (jimdo) von Ihrem Job überzeugt. “Das schweißt das Team zusammen und führt zu besseren Leistungen.”, erklärt Stefanie Häußler, seit ein paar Monaten Feel Good Managerin bei spreadshirt.
Und für mehr Leistung lohnt es sich dann ja auch, einen Chief Happiness Officer oder eine Feel Good Managerin einzustellen.

Und was diese neuen “Glücksbeauftragten” anstellen, damit sich die Mitarbeiter auch richtig wohlfühlen können, hat NDR in einen kurzen TV-Beitrag gepackt.

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Feel Good Manager sind also Stimmungsmacher im Unternehmen, organisieren Kennenlernspiele und bringen Humor ins Unternehmen. Fast so wie Business Animateure.

Sie kümmern sich um gutes Essen während des Tages und organisieren Stadt- und Lokaltouren am Abend. Fast so wie gute Freunde.

Und sie sorgen für gemeinsame (sportliche) Aktivitäten, um den Teamzusammenhalt zu stärken. Fast so wie Unternehmens-Mamas.

Und sie freuen sich mit Mitarbeitern über gute Leistungen, sorgen für ein offenes Klima und geben Raum für Freude und Optimismus. Fast so wie gute Führungskräfte.

Gerechtfertigt wird ihre Funktion im Unternehmen häufig mit den Erkenntnissen der Glücksforschung. Tatsächlich sagt uns die Glücksforschung, dass gutes Essen oder andere Annehmlichkeiten glücklich machen können. Halt nur kurz, aber immerhin.
Besonders wichtig für ein nachhaltiges Glücksempfinden, so die Forschung, sind (gelingende und liebevolle) Beziehungen zu Partner und Freunden. Die hat man zwar selten im Arbeitsumfeld, aber eine gute positive Stimmung kann schon mal ein guter Ersatz sein. Und ebenfalls glücklich machen uns erreichte Erfolge, idealerweise solche aus interessanten und herausfordernden Aufgaben.  Deshalb sind CHOs auch drauf und dran, Erfolge hochzuhalten und gebührend zu feiern.
Schließlich macht auch Lernen glücklich, aber das nur am Rande. Und damit sollte es dann auch schon klappen mit dem Glücklichsein.

Happiness is Good Business

So märchenhaft das Modell des Feel Good Managers klingt, so märchenhaft ist es dann auch. Denn die “Happy-Productive-Worker Hypothese” ist seit Jahrzehnten widerlegt und gehört zu den großen Mythen, die auf Frederick Taylor weit über 100 Jahre zurückgehen.

Klar, viele von uns würden zustimmen, dass ein gutes Klima zu Kollegen und Chefs sowie herausfordernde Aufgaben glücklich und zufrieden machen. Und dass wir in dieser Zufriedenheit sicherlich produktiver sind (siehe z.B. hier).

Glauben wir aber nur, sind wir aber nicht (immer)!

Und weil ein positiver Zusammenhang so intuitiv und glaubwürdig ist, gibt es auch viele Studien zum Zusammenhang zwischen Zufriedenheit und Leistung. Alle mit einem ernüchternden Ergebnis: die Korrelation liegt bei etwa 0.17 und erklärt damit maximal 3% der Varianz!

Nein, das Thema muss differenzierter betrachtet werden!

Wie beispielsweise im lesenswerten Artikel von David Scheffer. Er betont, dass Zufriedenheit nicht immer das Gegenteil von Unzufriedenheit ist, sondern als getrennte Dimensionen zu betrachten sind. Und, dass es immer unterschiedliche Dimensionen der Zufriedenheit gibt. In seiner empirischen Studie kann er etwa ein Drittel der Varianz erklären. Er erkennt, dass die aufgabenbezogene Zufriedenheit (getrieben durch Identifikation, Sinnhaftigkeit der Arbeit und Anerkennung) sehr wohl einen hohen Einfluss auf die Leistung hat. Jedoch die soziale Zufriedenheit (Gemeinschaft und Zusammenhalt) sich sogar negativ auf die Leistung auswirken kann (!).

Und ob wir Zufriedenheit und Glück mit unserer Aufgabe empfinden, hängt mehr von individuellen Haltungen als von der Aufgabe selbst ab.
Auch das wissen wir aus der Glückforschung, dass Neugier, Begeisterung und Optimismus genauso günstig für das eigene Glück sind wie Dankbarkeit und ehrliche Wertschätzung für das, was wir tun dürfen.

Also hatte Epiktet doch recht: Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellung über die Dinge macht uns glücklich oder unglücklich.

Und damit scheint es wieder mal bewiesen, dass letztlich doch jeder seines Glückes Schmied ist. Und für den Fall, dass Sie Ihr Glück mit der Welt teilen wollen, dann probieren Sie es mal hier  Zwinkerndes Smiley

Bild: flickr.com, bluemacgirl
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