CulturalFit-Tools für den Unternehmenskultur-Match zwischen Kandidaten und Unternehmen gibt es einige. Was sie können und wozu sie taugen zeigt diese Blog-Serie. Heute: CompanyMatch.me

Es ist Zeit für Aufklärung.

Cultural Fit ist ja in aller Munde, aber scheinbar noch nicht gebührend in der Personalarbeit angekommen, wie die aktuelle Cultural-Fit-Studie ja zeigt.
Aktuell gibt es ein breites Angebot an Tools und Hilfsmittel auf dem Markt, um den Cultural-Fit bei Bewerbern und Kandidaten rasch und leicht zu messen. Nicht alle arbeiten gleich und jedes hat seine Stärken.

Da möchte ich mal näher hinsehen, was diese Tools so können, für welchen Einsatz sie sich eignen und wie man diese im HR-Management einsetzen könnte.

Also stelle ich diesen Sommer einigen Anbietern in einer Beitrags-Serie #CulturalFitTools die gleichen fünf Fragen und berichte über meine persönlichen Eindrücke mit diesen Tools.

Ich bin schon gespannt auf mein Fazit im September.

CompanyMatch #hireforculturalfit

Den Beginn macht eine ganz sympathische Truppe aus den Niederlanden: CompanyMatch.

In Holland gestartet, macht sich das Team rund um Bjorn Veenstra gerade erfolgreich daran, nun auch Unternehmen aus Belgien, England, Deutschland und Österreich beim Cultural-Fit im Recruiting zu unterstützen.

CompanyMatch ist ein Online-Tool, das es sowohl in einer kostenlosen Lite-Version wie auch in einem Premium Abonnement gibt. Das Tool erhebt mittels Fragebogen die Kulturelemente des Unternehmens. Speziell für Großunternehmen gibt es eine einfache Ambassador-Survey, mit der auch die Vielseitigkeit größerer Unternehmenskulturen gut abgefragt werden kann.

Das komplette Service läuft über die Seite CompanyMatch.me, das heißt Interessenten oder Bewerber können sich per Fragebogen selbst einschätzen und erhalten zu den registrierten Unternehmen ihren persönlichen Match.
Durch die obligate Registrierung per Mail, XING oder LinkedIn funktioniert diese Selbsteinschätzung zwar nicht komplett anonym. Jedoch werden diese Daten nicht automatisch an die Unternehmen weitergegeben – das Matching-Ergebnis können Interessenten aber gerne mittels Link an Unternehmen z.B. im Rahmen einer Bewerbung weitergeben, wenn sie das möchten.

Für Unternehmen bietet CompanyMatch ein ein schlankes CompanyMatch Widget an, das in die eigene Karriere-Seite oder auf externen Firmenprofilen leicht integrierbar ist. Selbstverständlich werden alle Matches dokumentiert und den Unternehmen in Statistiken und Reports aggregiert zur Verfügung gestellt.

Das Tool arbeitet in 4 Sprachen und kann an mehrere Bewerbermanagement-Systeme, wie zum Beispiel Connexys, Lumesse, Talentsoft, eRecruiter und SmartRecruiters, einfach angedockt werden. Für eine datenschutzkonforme Verarbeitung der Matching-Daten sorgt CompanyMatch.

Fünf Fragen an Bjorn Veenstra, CEO CompanyMatch

Meine Fragen beantwortet Bjorn Veenstra, CEO und Gründer von CompanyMatch.me.

Er ist überzeugt, dass Menschen nicht nur glücklicher sind, sondern auch mehr leisten und erreichen, wenn sie in einer Organisation arbeiten, die zu ihnen passt.

Mit CompanyMatch.me hat er ein Tool geschaffen, das dieses Matching leicht und einfach macht.

1. Bjorn, welche Bedeutung hat Cultural Fit im Recruiting für Euch? Wie findet man den optimalen Cultural Fit?

Erfolgreiches Recruiting umfasst viel mehr als nur die beruflichen Erfahrungen und Qualifikation. Ausschlaggebend ist es, inwieweit der Kandidat wirklich zum Unternehmen und der gelebten Kultur passt. Das definieren wir als den Cultural Fit. Dieser Cultural Fit ist unserer Ansicht nach mehr als nur ein Bauchgefühl.

Generell würde ich sagen, dass es DEN ‘optimalen’ Cultural Fit gar nicht gibt. Es geht beim Match zwischen Arbeitgeber und Kandidaten ja nicht um Gleichheit oder Gleichmacherei. Viel wichtiger ist die optimale Passung zwischen den beiden auf einer genügend großen Wertebasis.

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Auf dem Weg zur Ermittlung des Cultural Fit, ist es zunächst essenziell für Unternehmen ihre einzigartige DNA zu entschlüsseln und diese an potenzielle Kandidaten zu kommunizieren.

2. Unternehmenskultur ist ja nicht ganz einfach zu messen – welchen Ansatz verfolgt CompanyMatch dabei?

Diese interne DNA dient als Startpunkt für uns und macht das Matching erst möglich.

Unsere Matching-Technologie beruht auf einem Fragebogen, mit dem wir die einzigartige Unternehmens-DNA entschlüsseln. Das ist die Grundlage für das Matching zwischen Unternehmen (basierend auf Kultur) und Kandidaten (basierend auf ihren persönlichen Präferenzen, Werten und Motivatoren).

Der daraus entstehende CompanyMatch bietet eine detailliertere Zusammenfassung des Matches. Er besteht aus einer Gesamt-Prozentzahl der Übereinstimmung und Informationen über die zugrunde liegenden Themenfelder.

Dadurch erlangen Recruiter und Bewerber ein tieferes Verständnis für den individuellen Match und was dieser bedeutet. Zu den Unterthemen gehören zum Beispiel der Führungsstil, der Umgang miteinander, Ambitionen, Werte und die Wachstumsstrategie.

3. Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage basiert CompanyMatch und welche praktischen Erfahrungen gibt es schon damit?

Um einen zuverlässigen Match zu erzielen, war zunächst ein weitreichendes Studium notwendig. Die nötigen Informationen hierfür haben Marktforscher, Markenstrategen und wissenschaftliche Arbeiten von u.a. Carl Jungs, Robert Quinn und Alfred Adler geliefert. Neben diesen Theorien nutzen wir ebenfalls archetypische Beschreibungen, um Markenpersönlichkeiten abbilden zu können.

Sowohl unsere Matching-Technologie als auch die Frageliste werden mit Hilfe unserer stetig wachsenden Datenbank von internationalen Arbeitgebern und Kandidaten kontinuierlich verbessert. Momentan befinden wir uns in der 3. Version des Fragebogens.

Dass das alles hervorragend funktioniert zeigt auch das Beispiel von Eneco (Energieversorger), das wir auf unserem Blog veröffentlicht haben.

4. Wo kann CompanyMatch hilfreich im Recruiting sein? Wie sollte CompanyMatch eingesetzt werden?

CompanyMatch unterstützt Arbeitgeber darin, ihre Employer Brand interaktiver zu gestalten und Kandidaten die Möglichkeit zu bieten, sich individuell mit dem Unternehmen auf Basis der Kultur zu matchen.

Dabei liegt unser Fokus auf zwei wichtigen Touchpoints:

  1. In der Orientierungsphase des Kandidaten: Das CompanyMatch Widget ermöglicht eine schnelle und einfache Integration unserer Matching-Technologie in die Karriereseite des Arbeitgebers. Dabei dient es als innovatives Engagement Tool, dass anonymen Websiten-Besucher aktiv dazu animiert, das Unternehmen als Arbeitgeber besser kennenzulernen.
    Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die ‘Candidate Experience’ aus, sondern gibt dem Kandidaten die Chance, seine Werte, Ansichten und persönlichen Präferenzen mit denen des Arbeitgebers abzugleichen noch vor einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch.
  1. In der Bewerbungsphase: Durch eine tiefere Verknüpfung (mithilfe einer API) von CompanyMatch mit der Recruitment Software zielt CompanyMatch darauf ab, dem Recruitment Team ein vollständiges Bild des Bewerbers zu vermitteln.
    Die API ermöglicht eine Integration des Widget in das Bewerbungsformular. Wie das z.B bei der ManpowerGroup Deutschland aussieht siehst du hier. Neben dem Lebenslauf und dem Motivationschreiben kann der erfahrende Recruiter auf Basis des CompanyMatch beurteilen, in wie weit der Kandidat wirklich zum Unternehmen passt. Dadurch kann die Qualität einer Einstellung erhöht und die Kosten eines potentiellen Mismatches vermieden werden.
  1. Gleichzeitig sind wir in der Lage, dem Arbeitgeber Zugang zu wertvollen Matching-Daten und Statistiken relevanter Zielgruppen für das Recruitment zu bieten. Damit erhält er wertvolle Einblicke in die wichtigsten Eigenschaften des noch anonymen Besuchers der Karriereseite, wie zum Beispiel die Branche, Aufgabengebiete, Karrierephase und Ausbildung.

5. Zum Abschluss: Cultural Fit – Was ist deine zentrale Empfehlung für Recruiter?

In erster Linie ist es wichtig, dass sich Arbeitgeber ihrer eigenen Kultur bewusst sind. Nur wenn ein authentisches Bild über die eigene Unternehmenskultur besteht, kann auch der Cultural Fit mit potentiellen Mitarbeitern bestimmt werden.

Besonders Recruitern sollten die Kernwerte des Unternehmens bewusst sein, damit die nötige Passung auch wirklich gut eingeschätzt werden kann.

Ein standardmäßiges Verfahren kann dabei eine objektive und realistische Einschätzung und Auswahl der Kandidaten ermöglichen. Und genau an diesem Punkt kann CompanyMatch Arbeitgeber bestens unterstützen 😉

Danke, Bjorn, für Deine Antworten und weiterhin viel Erfolg mit CompanyMatch.

Natürlich habe ich CompanyMatch.me selbst ausprobiert und fasse hier meine persönliche Einschätzung zusammen.

Mein Fazit: Einfach und schnell – der Match zur ersten Orientierung

Die Seite funktioniert rasch und lässt sich gut bedienen (auch wenn die Sprache zuerst mal auf Deutsch umgestellt werden muss).

Das Unternehmensprofil ist in der Basisversion rasch eingerichtet und innerhalb weniger Stunden freigegeben. Leider gibt es in der Ländervorgabe ‚Österreich‘ noch nicht, also nehme ich für mein Arbeitgeber-Profil PERSONALEUM einfach mal das Land ‚Deutschland‘.

Der Gegencheck mit mir als Kandidaten erfolgt ebenfalls schnell und einfach. Der Match basiert auf insgesamt 18 Fragen, die jeweils meine persönliche Priorisierung von vier vorgegebenen Begriffen erfordern.

CompanyMatchFrage
Frage-Beispiel CompanyMatch aus Kandidaten-Sicht

Das Ergebnis kommt ebenfalls rasch und ist für mich überraschend.

Interessanterweise passe ich über alle 7 Kategorien (Kultur, Werte, Umgang miteinander, Führungsstil, Wachstumsstrategie, Ambition und Markentypisierung) als Mitarbeiter wohl besser zu Accenture Niederlande (92%) als zu meinem eigenen (Test-)Arbeitgeberprofil (89%). Naja, aber immerhin bin ich noch vorne in den Empfehlungen mit dabei.

Jedenfalls erhalte ich einige Tage nach meiner Registrierung als Arbeitgeber das Arbeitgeber-Siegel von Company Match sowie regelmäßig meine laufenden Statistiken per Mail.

CompanyMatch Siegel

Hier liegen auch die klaren Stärken von CompanyMatch. Das Angebot ist einfach und umkompliziert anzuwenden und geht sehr schnell. Ich erhalten laufend meine Informationen und muss mich um wenig kümmern.

Interessenten finden sich wahrscheinlich rasch zu recht und die 18 Fragen sind schnell beantwortet. Wer allerdings eine tiefgehende, differenzierte Kultur- oder Werteanalyse erwartet, wird hier eher enttäuscht werden.

Aus meiner persönlichen Sicht eignet sich CompanyMatch hervorragend, um sich bei potentiellen Bewerbern als Arbeitgeber zu positionieren, vor allem bei jenen, die in etwa ähnliche Werte in der Selbsteinschätzung angeklickt haben.
Eine höhere Bekanntheit am Bewerbermarkt würde das Angebot noch zusätzlich attraktivieren – aber daran arbeiten ja Bjorn und sein Team ja schon eifrig.

Und mit den zusätzlichen Statistiken von CompanyMatch erfahren Recruiter darüberhinaus mehr über deren WebSite-Besucher und Bewerber, was ja schließlich nie schaden kann.

Wer Bjorn Veentra und CompanyMatch gerne persönlich und live kennenlernen möchte, kann dies am kommenden HR BarCamp in Wien (22./23. September 2016) gerne tun. Tickets für Personaler sind noch verfügbar.

Weitere Beiträge in dieser Serie:

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