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Es war ja Zeit, höchste Zeit. Nach 12 regionalen Communities in Deutschland, einer Schweizer und einer Online Community, formiert sich gerade eine Community aus Lern- und Entwicklungsexperten in Österreich.

Die Zeit könnte passender nicht sein. Die Anforderungen ans Lernen in Organisationen nehmen stetig zu und haben sich gerade in den letzten Monaten noch zusätzlich verschärft.

Und plötzlich merken wir, wie abhängig Corporate Learning (noch immer) von synchronen (Präsenz-)veranstaltungen ist. Elektronische Medien helfen, können ihr Potenzial aber nicht so recht entfalten. Für die Zukunft sind wir damit voraussichtlich schlecht gerüstet.

Innovationsdruck voraus!

In den kommenden Monaten steht das betriebliche Lernen also unter enormen Innovationsdruck. Ja, ich meine Monate – nicht Jahre!

Präsenztreffen werden auch weiterhin nur mit der einen oder anderen Einschränkung möglich sein. Online-Formate sind (noch?) nicht immer vollwertiger Ersatz und (über)fordert viele Teilnehmer. Eine Lernkultur abseits von klassischen Trainings muss noch entwickelt werden. Permanentes Lernen im Arbeitskontext ruht derzeit meist auf der Initiative des Einzelnen und geschieht abseits der Organisation. Erst zaghaft entstehen organisationale, informelle Lernmöglichkeiten, wie Learning-Fridays oder feste Lern-Aus-Zeiten im Dienstbetrieb.

Über die vielfältigen Möglichkeiten und erforderlichen Rahmenbedingungen. Lernen besser und breiter zu unterstützen, diskutieren wir schon (sehr) lange. Mehr denn je gilt es jetzt, für die eigene Organisation Passendes zu finden und (endlich) in Umsetzung bringen.

Wir brauchen umsetzbare Lösungen!

Vor allem mit folgenden Entwicklungen werden wir uns im Corporate Learning auseinandersetzen und gut umsetzbare, leistbare Lösungen dafür entwickeln müssen.

Individualisierung
Klassische Trainingsangeboten, die einfach für alle gleich ausgerollt werden (one size fits all) sind schwerfällig und teuer. Individualisierte Angebote erfordern neue, kurze Formate und ausgeklügelte Logistik. Der Online-Handel hat diese bereits im Einsatz, im Lernumfeld ist sie noch weitgehend unbekannt.

Soziale Integrierung und Informalisierung
Lernen auf Vorrat wirkt nicht besonders nachhaltig. Wir brauchen Lernen just-in-time, also viel stärker informalisiert und in den Arbeitsprozess integriert. Gefühlter Kontrollverlust bei Management und Controlling inklusive. Zusätzlich reicht die Versorgung einzelner mit Lernangeboten nicht mehr, sondern auf die motivationale Kraft des sozialen Umfelds setzen.

Ubiquitarisierung
Lernen passiert überall und sollte genau dort unterstützt werden. Asynchrone Lernformen werden wichtiger, und damit meine ich nicht nur WBTs oder Videos. Die Vielfalt der (technischen) Möglichkeiten ist enorm und allzu leicht übersehen wir deren (organisatorische) Umsetzbarkeit.

Vom Verkäufer- zum Käufermarkt des Lernens
Recruiting musste die Erfahrung schon machen, den War for Talents haben schließlich die Talente gewonnen. Auch Corporate Learning wird nicht verschont bleiben und wird als Angebotsgestalter mit “Abnahmegarantie” in Organisationen wenig Zukunft haben. Corporate Learning wird seine Angebote aktiv an den Mann oder die Frau bringen müssen und braucht dafür (neue) Vertriebsstrategien.

Und viele, viele Fragen…
Allein aus diesen Aspekten (und dies sind sicher noch nicht alle) ergeben sich eine Menge Fragen: Wie sehen dann die klassischen Produkte von Corporate Learning digital und analog aus? Wie verkaufen wir all das unserem Management? Welche Rolle kann, darf und soll sich Corporate Learning in Organisation nehmen? Wie wird bei informellen Lernprozessen die Wirksamkeit der Corporate Learning Aktivitäten gemessen?

Gemeinsam in die Zukunft des Corporate Learning

Die gute Nachricht: es gibt schon viele erfolgreiche Initiativen in den Organisationen, die aber noch viel zu wenig bekannt sind. Und es gibt viele gute Lösungs- und Entwicklungsideen, wie Corporate Learning das Lernen auch in Zukunft gut unterstützen und bewirtschaften kann.

Aber: wir wissen noch viel zu wenig voneinander. Oder kennen Sie die (ersten) organisationalen Erfahrungen rund um Learning Experience Plattformen, Learning Eco Systems, Corporate Open Online Courses, Learnathons oder Virtual and Augmented Realities?

Da hilft nur eines: Vernetzung und gemeinsam lernen und weiterentwickeln. Es muss ja nicht jede für sich das Rad neu erfinden. Das gilt auch – und ganz besonders – fürs Corporate Learning.

In dieser bunten und breiten Community sollen Austausch, gemeinsame Experimente und Erfahrungen im Vordergrund stehen. Gemeinsam wollen wir Neues entdecken und Wege und Formate finden, Lernen in den eigenen Organisationen wirksam zu unterstützen.

Also, legen wir los!

Wir laden Sie ein!

Wir wollen eine offene Plattform schaffen, damit sich Personal- und Organisationsentwicklerinnen austauschen können, Neues zu entdecken. Wir wollen vieles praktisch ausprobieren und die Zukunft des Lernens in Organisationen vorantreiben.

Wir, das sind Clemens Stieger (gfp) und meine Wenigkeit. Wir beide werden diese entstehende Community, die von Beginn an in das internationale Netzwerk der Corporate Learning Community eingebunden ist, moderieren und begleiten.

Herzlich Willkommen!

Willkommen sind alle, die für Lernen und Entwicklung in Organisationen aktiv sind. Aber nicht nur: wir laden auch all jene ein, die aus anderen Berufsfeldern kommen: Journalismus, Marketing, Kuratoren, u.v.m.

Selbstverständlich dürfen sich Dienstleister, Berater, Trainer oder Coaches der Community anschließen. Jede Expertise ist wertvoll. Doch eines ist uns sehr wichtig: No Sales, please!

Unser Kick-Off wird am 21. Oktober 2020 der Zeit und dem Thema entsprechend hybrid stattfinden: in Präsenz in Wien und gleichzeitig online (hier geht’s zur Anmeldung). Bis es soweit ist, können wir uns jetzt schon via LinkedIn-Gruppe oder Telegram-Gruppe (Kontakt: Clemens Stieger) vernetzen.

Das erste internationale Treffen wird das Corporate Learning Camp sein, ein BarCamp am 15. bis 16. April 2021 an der FH Wien.

Also, herzlich Willkommen, Kolleginnen und Kollegen!

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