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Als 2020 vor einem Jahr das Licht der Feuerwerke erblickte, ahnten wir noch nichts von der Kraft dieses Jahres. Wir hätten es zumindest ahnen können, war ihm das allesbestimmende Thema schon in die Wiege gelegt.

Ich erinnere mich noch gut: mit den besten Vorsätzen starteten wir ins noch neue Jahr. Doch 2020 war nicht irgendein Jahr in der langen Serie an Kalenderjahren. 2020 war außergewöhnlich.

Außergewöhnlich, in jeder Hinsicht.

Bereits in den ersten Wochen, mitten in der Ski-Saison, zeigte sich erstmals die unbändige Kraft des Jahres 2020. Vieles sollte sich ändern, rasch und kompromisslos.

2020 zeigte eine Kraft, die viele für unmöglich hielten. Und deshalb unterschätzten. Nur wenig später, Mitte März, zeigte sich die unbändige Veränderungskraft in vollem Ausmaß, die 2020 zeitlebens prägte.

Ungebremste Veränderungskraft

Niemand konnte sich der Kraft entziehen, alle waren betroffen: während die einen durch Lock down und Ausgangbeschränkung de facto zum Nichtstun verdonnert waren, konnten anderen aufgrund der vielen Änderungen die Tage nicht lange genug werden.

Diese Kraft erlebten auch jene, die wie mit einem Vorschlaghammer in die neue Welt der digitalen Kommunikation geworfen wurden. Von der massiven Veränderungskraft in all jenen Familien, die gesundheitliche Schwierigkeiten oder Krisen zu meistern hatten, ganz zu schweigen.

HR musste zeigen, was es kann.

In vielen Unternehmen blieben gerade in der Personalarbeit nur wenige Steine dort, wo wir sie normalerweise vermuten würden.

Recruiting brauchte neue Konzepte, Personalentwicklung neue Formate, die Organisation Unmengen an neuen Regelungen.
Besonders gefordert: die Personalverrechnung brauchte starke Nerven, musste sie doch monatelang auf viele rechtliche Vorgaben warten, um richtig abrechnen zu können.

Viele Personalisten, so auch ich, fanden sich rasch in einer HR-Edition des Brettspiels Jumanji aus dem gleichnamigen Film. Ein Abenteuer unbekannten Ausmaßes jagte das nächste.

Doch bei aller (Über)forderung, brachte uns 2020 vielerorts auch dazu, Dinge anzugehen, von denen wir schon seit längerer Zeit reden: zum Beispiel neue Online-Formate, ein Lernen während des Arbeitens als pure Notwendigkeit, oder auch in großen Organisationen rasche Entscheidungen und Umsetzungen ohne aufwändige Formalprozesse.

Es ist wohl kaum verwunderlich, dass es 2020 hier im Personaleum etwas ruhiger geworden ist. Ich konnte drei wirklich interessante Gespräche mit großartigen Persönlichkeiten niederschreiben: Nico Rose, Martina Weifenbach und Anne Schüller.

Im Mai durfte ich hier das Playbook Recruiting präsentieren, das ich gemeinsam mit Claudia Lorber als Praxisbuch geschrieben habe.

Das Barcamp #initiate20, das ich gemeinsam mit Susanne Pöchacker und Dagny Schreiner für Juni organisiert hätte, konnte 2020 leider nicht stattfinden – aber die Idee haben wir nicht einfach fallen gelassen, sondern in eine Video-Talk-Reihe mit wirklich inspirierenden Gesprächen umgewandelt.

Was bleibt von 2020?

Jedenfalls die Erinnerung.

Wir werden Dich, 2020, so rasch nicht vergessen. Du hast uns gelehrt, mit vielen Ungewissheiten, vielen „ersten Malen“ umzugehen und dafür rasch Lösungen zu finden. Und Du hast uns gelehrt, dass 80% das neue perfekt sind.

Auch, wenn viele auf die Reise gut verzichten hätten könne, so hat uns 2020 schließlich den Weg ins Neue Jahr geebnet. Willkommen 2021.

Welcome 2021!

Das neue Jahr liegt noch in den Windeln, selbstverständlich in der aktuellen Pantone-Trendfarbe 2021 gehalten. Diesmal sind es erstmals gleich zwei Farben eine Jahres: leuchtendes Gelb „Illuminating Yellow“, sowie helles Grau „Ultimate Gray“.

„Es ist eine Kombination, die für die Widerstandsfähigkeit, den Optimismus, die Hoffnung und Positivität spricht, die wir brauchen, wenn wir zurücksetzen, erneuern, neu denken und neu erfinden“,

so das Pantone Color Institute.

Viele wünschen sich ja, dass 2021 sich wieder seiner an den Usancen seiner älteren Vorfahren orientiert. Zurück zur (bekannten und so lange vermissten) Normalität!

Nutzen wir 2020´ Vermächtnis als Zukunftschance.

Damit würden wir aber eine wertvolle Chance vergeben. Das hätte 2020 so sicher nicht gewollt.

Ich wünsche mir und uns, dass wir 2020 nutzen, um aus den gemachten Erfahrungen eine gänzlich neue Normalität entwickeln:

  • Dass wir die Umstände nehmen, wie sie sind – und dennoch die Lebendigkeit erhalten und unseren Optimismus nicht verlieren.
  • Dass wir die Dinge mit scharfen Verstand betrachten – und dennoch auf unsere Gefühle achten und so zu mehr Vielfalt und Gelassenheit kommen
  • Dass wir Veränderungen begrüßen und zulassen – und dennoch auf Beständigkeit und unsere Widerstandsfähigkeit achten.

Ergreifen wir die Chance(n), die uns 2020 in diesem langen Jahr eröffnet hat: nämlich Dinge neu zu gestalten oder zu regeln. Dass wir das können, konnten wir auf beeindruckende Weise im Krisenmodus des Jahres 2020 lernen. Ja, das kostet uns Kraft – und 2020 hat uns gezeigt, dass wir diese Kraft aufbringen können und das es sich am Ende lohnt.

Schätzen wir die Lehren aus 2020, nehmen diese mit in die Zukunft und starten mit Zuversicht und Vertrauen in 2021.

Prosit 2021!

P.S. Abschließend verlinke ich hier noch einen musikalischen Jahresrückblick von den österreichischen Liedermachern Christoph & Lollo

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