In den ganzen Trends für 2016 fehlt noch eines: Verpackungsmanagement für HR. Also rufe ich 2016 mal das HR-Jahr der Verpackungen aus.

Das neue Jahr ist ja bereits voll im Gange: Die Trendberichte sind fast alle geschrieben und die besten Prognosen für dieses Jahr formuliert. Employer Branding, Candidate Experience, BigData, People Analytics … Christoph Athanas hat die aktuellen Trends für HR im metaHR-Blog wunderschön zusammengefasst und gleich auf die dahinterliegenden Treiber untersucht.

Doch ein Thema scheint auf keiner Liste und keiner Untersuchung aus: HR-Verpackungen!

Sie wissen noch nicht, was ich meine, dann schauen Sie sich die Trends doch mal an:

HR Trendprognosen von metaHR analysiert und aufbereitet (Quelle: http://blog.metahr.de/2016/01/10/hr-trends-2016-im-blick-acht-trendprognosen-zusammengefasst/)

 

Trend 2017: Predictive Content Impact

Big – New – Social – People – Talent – Performance, alles Begriffe, die einem in den jährlichen Trends immer wieder begegnen. Nur in neuer Kombination. Also zum Beispiel: Predictive – Content – Impact, zusammengesetzt vielleicht sogar ein neuer Trend: Predictive Content Impact (PCI). Naja, für heuer schon zu spät, vielleicht dann fürs nächstes Jahr.

Predictive Content Impact – was das wohl bedeutet? Ich habe keine Ahnung, aber probieren Sie es aus: gehen Sie auf Veranstaltungen und streuen diesen Begriff ein – kein Mensch wird ernsthaft nachfragen. Oder konfrontieren Sie Ihren Technologie-Anbieter damit, sie werden erste Erklärungen dafür hören. Und wenn Sie es oft genug machen, landet der Begriff nicht nur auf den Trend-Listen, sondern auch auf Kongress-Progammen. Wetten?

2016 – Das Jahr der HR Verpackungen

Jo Diercks hat das vergangene Jahr 2015 den Kandidaten gewidmet: im Jahr der Kandidaten sind beachtliche 35 Blogposts zusammengekommen, die Tim Verhoeven aus meiner Sicht gut zusammengefasst. Und Robindro Ullah hat diese Jahreswidmung sogar zu einem Buch inspiriert. Na, wenn das kein Anfang ist.

Traditionen muss man fortführen, auch wenn sie noch jung sind. Deshalb rufe ich für 2016 das Jahr der HR-Verpackungen aus.

Verpackungen machen das Geschäft!

Trends haben eine besondere Anforderung: sie sind gerade in vieler Munde, brauchen aber zusätzlich einen gewissen Neuigkeitsfaktor, damit sie Beachtung finden. Das verstehe ich ja auch, man will sich ja auch am Markt profilieren, möchte sein Produkt an den Mann bringen – und zeigen, dass man ganz vorne mit dabei ist, kurz: Trendsetter ist.

Da wird zum Beispiel People Analytics als großer Trend prophezeit. Dabei haben sich viele Personaler noch nicht mal das letzte große Thema Thema verdaut: BigData. Oder ist People Analytics vielleicht schon das Produkt dieses Verdauungsprozesses?

Ich lese viel über die tollen Möglichkeiten und über die enormen Potenziale, die wirtschaftliche Vorteile. Wie eine wunderschöne Verpackung mit vielen tollen Verkaufsargumenten im Laden, einfach zum zugreifen.
Recht wenig findet sich allerdings über rechtliche Schranken und Auflagen, dringend benötigtes IT-Know How im Personalmanagement oder gar erste Erfolgsbeispiele (in Europa, nicht in US!).

Personaler, achtet auf den Inhalt der schönen Verpackungen!

So werden Packerl für Packerl verkauft, und manchmal der Personaler gleich mit. Und es scheint prächtig zu funktionieren: Die Verpackungen werden schillender, bunter und noch digitaler, und das in immer kürzeren Abständen.

Und so kommt es dann, dass die Digitalisierung in immer blühenderen Farben hochgeschworen wird, während manche Personaler (noch immer) mit Papier und Bleistift am Schreibtisch sitzen und nicht mal mehr Bahnhof verstehen (wenn sie davon überhaupt Notiz nehmen).
Ja, es gibt auch andere, die von dieser Vielfalt sich fast magisch angezogen fühlen und kaum mehr wissen, zu welcher Verpackung in den bunter Regal sie als nächstes greifen sollen. Dann stehen sie da herum im Unternehmen, nur wo bliebt die Wirkung?

So oder so – verschont bliebt kaum ein Personaler: sofern nicht irgendwelche Dienstleister die Packungen verheißungsvoll im Büro platzieren, so ist es vielleicht die Geschäftsführung, die diese begeistert von ihren Terminen mitbringen und dem Personaler-Tisch auf den Tisch stellen.

Also liebe Personaler, schaut mutig rein in die bunten, verlockenden Packungen – ganz nach dem Motto „what´s in for me?“. Aber prüft ganz genau, was darin steckt, wo es für Eure Aufgaben einsetzbar ist. Nehmt die Angebote gerne an, wenn sie hilfreich sind und baut sie mutig zu einem strategieorientieren HR Gesamtkonzept zusammen!

Mit anderen Worten: Kauft OEM, nicht Retail! Und macht daraus Eure eigenen Produkte!

Personaler, macht euch Eure Verpackungen selbst!

Doch das ist ja nur eine Seite des HR-Verpackungsmanagements. Liebe Personaler, schaut doch mal, wie Eure Produkte verpackt sind. Gut alleine ist für Produkte heute längst zu wenig. Wir erinnern uns: Verpackung macht Geschäft – und es funktioniert!

  • Bündelt Eure Employer Branding- Botschaften in coole Verpackungen – nein, nicht in nichtssagende, austauschbare Floskeln, sondern in echte „Erlebnisse“. Candidate Experience war ja das Thema, aber auch Hiring Manager Experience.  Und vergesst nicht auf Euch selbst und denkt an die Recruiter Experience.
  • Verpackt Eure Lernangebote in passende und attraktive Gebinde (Stichwort: Micro Learning). Oder baut gleich ganze Produkt-Serien: Kampagnen statt Einzeltrainings! Oder warum nicht gleich ans Merchandising denken?
  • Vielleicht ist es auch nötig, die kaum greifbare Kulturarbeit im Unternehmen besser zu verpacken, damit sie endlich sichtbar wird. Dann wir die Kultur viel stärker zum Trendtreiber, als es derzeit nach Christoph Athanas Recherche derzeit der Fall ist.

Also, Verpackungsmanagement für HR in diesem Jahr!

Packungsgrößen, Produkt-Mix-Packungen oder ganze Packungs-Serien: Entwickelt Eure Lösungen, schnürt sie intern wie extern zu guten, verkaufbaren Produkten und steckt sie in hübsche Verpackungen. Die gefallen nicht nur Euren Führungskräften, sondern unterstreichen auch den Wert Eurer Arbeit.

Aber Achtung! Schaut Euch nicht zu viel von den alten Schachteln der Anbieter ab. Denn wer schöne Verpackungen produziert, aber wenig Inhalt darin verpackt, produziert letztlich nur eins: Müll.

In diesem Sinne auf ein wunderbares, erfolgreiches 2016, dem Jahr des HR-Verpackungsmanagement!

 

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