Ein neues Gebäude bewegt vieles. Auch Emotionen! Über den Weg von mehreren ÖAMTC-Bürostandorten in ein gemeinsames, offenes Mobilitätszentrum …

Es ist Oktober 2011. Der Beschluss ist gefasst: Der ÖAMTC wird ein neues Gebäude in Wien bauen.

Bisher arbeiten die Verwaltungseinheiten des größten österreichischen Mobilitätsclubs an fünf verschiedenen Standorten. Die Büroadressen, die quer über Wien verteilt sind, haben eines gemeinsam: akute Platznot, in teils veralteten Büroräumlichkeiten.

Jahrelanges, konstantes Mitglieder- und Leistungswachstum braucht einfach (neuen) Platz. Eine Renovierung und Erweiterung der bisherigen Standorte wäre teurer im Betrieb gewesen. Neben dem Kostenaspekt sprechen auch die kurzen Kommunikationswege für einen zentralen Standort.

In 5 Jahren von der Idee bis zum Einzug

Das gemeinsame Ziel: In 5 Jahren, also 2016 – rechtzeitig zum 120-jährigen Club-Jubiläum – soll bereits eingezogen werden.

Ein ehrgeiziges Ziel, denn zu diesem Zeitpunkt gibt es weder ein Grundstück in Wien noch eine klare Vorstellung über das künftige Gebäude.

Doch soviel ist schon mal klar: Im neuen Gebäude sollen nicht nur alle Dienstleistungs- und Verwaltungsbereiche erstmals unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuarbeiten. Für die rund 850 Mitarbeiter werden dort neue, moderne Arbeitsumfelder geschaffen. Funktional und transparent, modern und auf Zusammenarbeit ausgerichtet.

Diese Ideen bedeuten im Alltag konkret: mehr Teamarbeit über die Abteilungsgrenzen hinweg, raus aus tradierten Routinen und einen neuen Blick auf Chancen und Möglichkeiten. In den mehrheitlich klassischen Büro- und Arbeitsstrukturen war dies kaum möglich.

Schon während das Grundstück ausgewählt, Architekten gefunden und das Gebäude geplant wurde, wollten wir diese gewünschte (Arbeits-)Zukunft vorweg nehmen: alle Entscheidungen und Prozessschritte haben wir unmittelbar und offen an alle Kolleginnen und Kollegen kommuniziert. Und unseren Planungs- und Kulturprozess haben wir abteilungsübergreifend begleitet: Personal, Kommunikation, Facility Management und die Projektleitung arbeiten die letzten beiden Jahre vor dem Einzug intensiv Hand in Hand.

Kulturentwicklung – the soft side of the ride

In diesen beiden Jahren galt es nicht nur, die Bürolandschaften für die verschiedenen Abteilungen und Arbeitsbereiche konkret zu planen. Diese Zeit nutzten wir auch, um alle Kolleginnen und Kollegen auf ihre neuen Arbeitsumgebungen gut vorzubereiten. Ein neues Arbeitsumfeld braucht neue Gewohnheiten. Und diese haben wir gemeinsam erarbeitet und vorbereitet.

Genauer gesagt übernahm diese Vorbereitung nicht das Projektteam, sondern die Mitarbeiter selbst. Trotz enger Zeitvorgaben im Planungsprozess, setzen wir ganz im Sinne einer gelingenden Kulturentwicklung auf Partizipation.

Bis zu 200 MitarbeiterInnen wurden in unterschiedlichen Rollen – neben ihrem Tagesgeschäft – mit ganz konkreten Aufgaben betraut: die einen erarbeiteten einen Möbelbaukasten, mit dem andere die Flächen nach eigenen Bedürfnissen ausstatteten. Während Führungskräfte Führungs- und Verhaltensprinzipien konkretisierten, arbeiteten Mitarbeiter an der „Bedienungs- und Verhaltensanleitung“ für das gemeinsame neue Haus.

Willkommen in der neuen ÖAMTC Mobilitätszentrale!

Im Winter 2016 sind alle 850 Mitarbeiter an 3 aufeinanderfolgenden Terminen rechtzeitig eingesiedelt.

Von der Architektur waren alle beim ersten Ankommen beeindruckt. Der eigene Arbeitsplatz wurde rasch gefunden und eingerichtet. Viele der neuen Abläufe waren durch die unterschiedlichen Vorarbeiten bereits bekannt.

Auch wenn nicht alles gleich von Anfang an reibungslos geklappt hat, konnten alle rasch produktiv arbeiten. Und fast nebenbei konnten wertvolle Impulse für die Zusammenarbeitskultur gesetzt werden.

Die umfangreiche und intensive Partizipation im Vorfeld hat sich definitiv gelohnt: Gerade die Mitsprache und die ernsthafte Auseinandersetzung mit Ängsten, Befürchtungen und Hoffnungen hat enorm viel Energie bei allen Beteiligten erzeugt. „Es gab bei uns keinen Punkt, wo es hieß: Das geht nicht!“, resümiert eine Kollegin. „Es ist ein feines Gefühl, gehört zu werden und gestalten zu können“, ergänzt eine andere.

 

HR Erfahrungsaustausch: Architektur bewegt Kultur

In der Begleitung dieses spannenden Prozesses haben wir im Projektteam viel gelernt. Diese Erfahrung geben wir gerne weiter:

Mitglieder des Projektteams führen Sie durch das Haus, erzählen gerne mehr über die verschiedenen Rollen in der Vorbereitung und beleuchten die Faktoren, die zum Erfolg des Projekts beigetragen haben.

Wir laden Sie ein:
Architektur bewegt Kultur

7. September 2017,
16:00 bis ca. 18:30 Uhr, danach Get-Together

ÖAMTC Mobilitätszentrum,
1030 Wien, Baumgasse 129

Anmeldungen bitte unter jutta.ableitinger(a)oeamtc.at

 

Über den ÖAMTC: 120 Jahre – aber das ist erst der Anfang …

Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring-Club, ÖAMTC, ist der größte Mobilitätsclub Österreichs und arbeitet aktiv in einem weltweiten Netz von Mobilitätsclubs mit. Für seine mehr als 2 Mio. Mitglieder leisten die Gelben Engel tagtäglich ihren sinnvollen Einsatz für Menschen und Mobilität. Pannenhilfe, Fahrtechnikzentren, Rechtshilfe, Interessenvertretung und Flugrettung sind jene Bereiche, mit denen man den ÖAMTC und die Gelben Engel meistens verbindet.

1896 als Österreichischen Touring-Clubs (ÖTC) für die wachsende Zahl an Radfahrern gegründet, formierte man sich nach den Kriegsjahren gemeinsam mit den Österreichische Automobil-Club (ÖAC) neu: Mit dem jahrelangen Aufstieg der individuellen motorisierten Mobilität wuchs der so geschaffene ÖAMTC zum größten Verein Österreichs. Lange Zeit als „Autofahrerclub“ wahrgenommen, entwickelt sich der ÖAMTC in den letzten Jahren immer stärker zum Mobilitätsclub, der seine Mitglieder – unabhängig vom Verkehrsmittel – in ihrer individuellen Mobilität unterstützt. Die neue Mobilitätszentrale ist ein wesentliches Element des gerade laufenden Transformationsprozesses Österreichs größten Verein.

 

2 KOMMENTARE

  1. Ich denke, da ist wirklich was dran. Ich bin ein großer Fan von Open-Workspace-Konzepten, aber nur, wenn es wirklich gut gemacht ist. So etwas funktioniert nur, wenn es das Ambiente auf der einen Seite ansprechend ist (wohlfühlen), aber auf der anderen Seite auch funktional, zum Beispiel über verschiedene Arbeitsinseln je nach Tätigkeit (gut arbeiten können). Einfach 20 Schreibtische in einen Raum stellen, das klappt nicht.
    Ich habe schon tolle Beispiele kennengelernt, wo das hervorragend gelöst ist, zum Beispiel bei der HypoVereinsbank in München: Dicke Teppiche, die Küche als soziales Zentrum, lärmreduzierte Gruppenarbeitsbereiche, Telefonkabinen, Einzelarbeitsplätze, Glasboxen für Besprechungen. Tolles Farb- und Materialkonzept – ich habe mich schon als Gast sofort wohl gefühlt.

     
    • Danke, Anne Dreyer, für den Beitrag!

      Das war ja auch unser Ansatz, dass es in unserem neuen Haus nicht nur „schön“ ist, sondern auch möglichst funktional.

      Aufgrund der Breite unserer Berufs- und Aufgabenfelder (Werkstatt, Call Center, Grafik und Zeitungsproduktion, Videoproduktion, Flugrettung, IT und viele mehr) konnten wir dies nur über die konsequente Einbindung der Betroffenen realisieren. Die planerischen Rahmenbedingungen waren zentral vorgegeben, die konkrete Planung und Umsetzung blieb in den Abteilungen. Und durch die Vernetzung im Prozess konnten die Abteilungen auch voneinander lernen und damit noch bessere Lösungen für ihre Anforderungen finden.

      Ich mag das Arbeitsumfeld sehr und damit bin ich auch (gottseidank) auch nicht alleine 😉 Aber da muss sich jeder selbst ein Bild machen …

      Liebe Grüße
      Herwig Kummer

       

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