Die Zeiten ändern sich. Die Zahl interessanter HR-Events wächst. Was das für Veranstalter und HR bedeutet, habe ich die PoP-Gastgeberin Romy Faisst gefragt.

HR BarCamp, CorporateCultureJam oder Freiräume – die Liste neuer und interessanter HR- Events in Österreich wird jedes Jahr ein wenig länger.

Gleichzeitig gibt es die Klassiker, die bewährten Formate, die seit Jahren Erfolge feiern. Wie zum Beispiel die Power of People (PoP), die heuer (12. und 13. April) bereits zum 15. Mal in Rust stattfindet.

Was bedeutet diese Dynamik für Event-Veranstalter, um am Puls der Zeit zu bleiben. Und was bedeutet sie für HR?

Das habe ich Romy Faisst, Gründern und CEO des Eventveranstalters Business Circle gefragt. Sie ist auch Gastgeberin der PoP.

Romy Faisst, Gründerin und CEO BusinessCircle

Die PoP gilt als größte HR-Konferenz Österreichs. Ist eine programmierte Konferenz mit über 200 TeilnehmerInnen in Zeiten von BarCamps und MOOCs noch zeitgemäß?

Romy Faisst: Ja, sicher. Denn Größe ist ja kein Qualitätsnachteil. Im Gegenteil: Größe hat etwas Magisches.

Nicht nur für Teilnehmer, sondern auch für interessante KeyNote-Speaker ist Größe relevant, denn für ein kleines Auditorium kann man internationale Keynote-Speaker gar nicht finanzieren. Wenn man also substantielle Impulse haben will, dann muss man auch eine entsprechende Größe haben, die jedenfalls den Teilnehmern zu Gute kommt.

Es geht aber nicht nur um die Größe. Neben Keynote-Impulsen bieten wir viele offene Formate (Deep dives, Round Tables, Plenumsdiskussionen, Workshops, etc.) innerhalb der Konferenz an und gehen ja auch in kleine Gruppen. Dort entsteht dann auch der Tiefgang und das ist ja das Relevante.

Die kommende PoP steht unter dem Motto: „Pragmatisch und disruptiv: Wir setzen um.“ Was sollte denn HR konkret umsetzen?

Romy Faisst: Das, was in den jeweiligen Unternehmen der Teilnehmer gerade an Herausforderungen zu bewältigen ist.

Die Anforderungen an HR steigen. Da muss HR pragmatisch sein und verstehen, wie die Anforderungen des Business umzusetzen sind. Zusätzlich erleben wir eine Disruption in den Geschäftsmodellen, die HR genauso pragmatisch umsetzen muss.

Das Generalmotto macht das große Thema auf. Die konkreten Umsetzungserfordernisse ergeben sich in den jeweiligen Unternehmen. Natürlich ist nicht jedes Unternehmen zur selben Zeit mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert.

Jeder Teilnehmer wird zu seinen aktuellen Challenges auf der PoP auch Impulse erhalten. Daraus entstehen umsetzbare Ideen, ja sogar Handlungsempfehlungen, die jeder für sich definieren muss und nach der PoP abarbeiten kann und sollte.

Das letztjährige Motto lautete: „Mut in der Ungewissheit“. In diesem Jahr lautet es: „Pragmatisch und Disruptiv: Wir setzen um.“ Wie findet sich denn ein solches PoP-Generalmotto?

Romy Faisst: Das Generalmotto entsteht jedes Jahr in zwei Runden intensiven Gedankenaustausches unter den Fachbeiräten. Was sie bewegt, wird die meisten Praktiker auch mit mehr oder weniger Intensität bewegen.
Es wird diskutiert und hinterfragt und so wird klar, was alle – stärker oder abgeschwächter – betrifft. In den aktuellen Diskussionen hat sich gezeigt, dass der Anspruch „HR ist Gestalter“ ein bisschen von der Zeit überrollt wurde.

Im letzten Jahr war die Unsicherheit über die Entwicklungen der Digitalisierung ein wesentlicher Treiber. In diesem Jahr sind wir wieder einen Schritt weiter: Die Transformation ist in den Unternehmen angekommen.

Mit diesen Veränderungen sehen sich viele Menschen im HR aktuell gar nicht mehr so sehr in der angestrebten Gestalterrolle. In den Unternehmen geht es aktuell darum, vorausschauend die Rahmenbedingungen für die Anforderungen des Business zu ermöglichen. Die pragmatische Rolle des Umsetzers ist gefragt.

Wie kann die PoP beitragen, dass ich als Personalist diese pragmatische Umsetzungsrolle erfülle?

Romy Faisst: Ich gebe Ihnen dazu ein Beispiel. Nehmen Sie den aktuellen Kompetenz-Shift: es verändern sich die Anforderungen, sowohl innerhalb der HR wie auch querbeet aller Funktionen im Unternehmen. Dem muss bereits im Recruiting, aber auch bei der PE Rechnung getragen werden. Da hat jeder „seine“ ganz spezifischen Themen.

Das unterstützt auch die PoP: Für die einen ist „Quick Wins in der Digitalisierung“, für andere „Outplacement“ relevant. Jeder Teilnehmer kann sich das Programm zusammenstellen, wie es für die eigene Unternehmensrealität am Besten passt.

In der Einladung zur PoP heißt es: „Die Umsetzungserfordernisse sind für HR massiv – Es wird Gewinner und Verlierer geben“.  Wie sehen Sie die Zukunft von HR – unter welchen Umständen kann HR zum Gewinner werden?

Romy Faisst: Das ist eine sehr schwierige Frage.

Radikale Meinungen sagen, dass HR in der bisherigen Form keine Daseinsberechtigung mehr hat. Für diesen Zugang gibt es sicher keine Mehrheit, aber jedenfalls muss sich auch der HR-Verantwortliche zunehmend neu erfinden. Neue Organisationsformen, Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzen und ein großer Wandel in Corporate Culture etc. erfordern Flexibilität und Veränderungsbereitschaft – nicht nur innerhalb der Belegschaft, sondern auch bei den HR-Funktionen.

Aber eines scheint klar: Treiber für disruptive Veränderungen ist das Business und zu den Siegern wird gehören, wer diese Dynamik am besten versteht und für die neuen Geschäftsmodell am besten umsetzen kann. Als ChiefHR sind Sie ja der verlängerte Arm bzw. das Sprachrohr des Vorstands – wenn Ihnen das gut gelingt, werden Sie zu den Siegern zählen.

Was macht die PoP im Reigen der vielen Events für Sie persönlich so besonders?

Romy Faisst: Die PoP vereint seit mittlerweile 15 Jahren Pioniere und Gestalter aus der HR-Welt. Natürlich sind nicht alle, die dort sind, Pioniere. Aber ich bin sicher, dass viele den Gestaltungsanspruch haben, in den Unternehmen etwas zu bewegen und Entwicklungen vorantreiben wollen.

Das Schöne ist, es gibt keine Berührungsängste mehr für einen offenen Austausch. Das macht die besondere Atmosphäre der PoP aus. Und diese kollektive Intelligenz ist erlebbar und spürbar. Sie ist es, die die PoP einzigartig macht: der offene Austausch zwischen Kollegen, fachlich und persönlich in vertrauter Umgebung und Community.

Auf den Punkt gebracht: die Teilnahme an der PoP inspiriert und macht glücklich.

Danke, Frau Faisst, für das Gespräch.

 
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