Hier kommt die Fortsetzung der fantastischen Geschichte eines tapferen Personalers, der auszog, um die Digitalisierung für HR zu nutzen…

Was bisher geschah: hier geht es zum ersten Teil dieser Geschichte

Er war müde, aber sofort hellwach, als ihn der Fremde ansprach.

Doch so fremd war dieser ja gar nicht – ein netter Kollege auf der IT-Abteilung reichte ihm seine Hand, um wieder auf die Beine zu kommen. „Du hier? Was suchst Du denn in diesem Wald?“ fragte der Kollege neugierig.

Also erzählte der Personaler von den Verheißungen der Digitalisierung, die ihn aufbrechen ließen – künstliche Intelligenz, Bots und andere Nützlichkeiten hatte er damals im Sinn.

Er berichtete von den netten Warnungen seiner IT-Kollegen, die er einfach in den Wind schlug. Und er gab freilich zu, dass er mittlerweile müde war – gestrandet in fremden Serverlandschaften und verheddert zwischen Datentypen und Browser-Patches. Dabei wollte er doch nur die digitalen Segnungen für seine HR-Arbeit nutzen.

Bestehende Plattformen als sicheres Gefilde

Der Kollege lachte nur – in einer Mischung aus Bewunderung und Mitleid. Doch er wollte behilflich sein und schickte den Helden erst mal in eine andere, ungefährlichere Ecke des Waldes, den SharePoint-Forest.

Dort gäbe es leicht einsetzbare Listen, Workflows und Berechtigungssteuerungen ohne große IT-Hürden. Spezielle Konnektoren kümmerten sich dort um schwierige Datentypen. Also genau richtig für die ersten Schritte eines engagierten Personalers.

Für den Fall, dass er dort Hilfe bräuchte, gab ihm der nette IT-Kollege noch eine Karte mit einer Empfehlung mit auf den Weg. Doch vor lauter Einchecken, Auschecken, checkte der kühne HR-Recke gar nichts mehr. Also rief er die Nummer auf der Karte, die er von seinem Kollegen erhalten hatte.

Kaum, dass er sich es versah, stand der vermeintliche Retter auch schon vor ihm: Sein Gewand war edel und sein Pferd war weiß und mit wallender Mähne. In einem Märchen hätte der Personaler ihn wahrscheinlich für einen Prinzen gehalten. Doch im echten Leben stand „Senior Consultant“ auf seiner Karte und er fragte: „Was kann ich tun für Dich?“.

Berater, die wissen, wie es geht!

Erleichtert erzählte der Personaler von seinem Papier-Stapeln und von seinem Traum von der Digitalisierung im HR. Man einigte sich, gleich groß zu starten und gleich mit den ersten Workflows und Freigaben im SharePoint-Forest zu beginnen.

„Alles kein Problem!“, tönte der edle Fremde. „Wenn es weiter nichts ist! Lass das alles ab heute meine Sorge sein. Viele große Unternehmen arbeiten mit unseren Lösungen, alle im Kern erprobt und im Detail anpassbar auf spezielle Anforderungen.“

Als er den Preis für diese Hilfe am Anbot sah, wurde ihm ganz anders. „Digitales Schlepperweisen“ kam ihm bei diesen Preisen in den Sinn, aber sein HR-Traum ließ ihm keine andere Wahl: Er unterschrieb und schon sollten die Sprints losgehen!

Er ahnte noch nicht, wie sehr er sich in die Hände des edlen Beraters begab. Kaum gestartet, wurden Unmengen an Papier erzeugt, dass nicht gründlich genug gelesen werden konnte. Ob das die Digitalisierung war?

Jetzt wusste er auch, warum diese Papier Lastenheft genannt werden. Auf einmal war vieles gar nicht mehr so einfach, wie es zuerst versprochen wurde.

Auf einen konkreten Zeitplan wartete der wackere HRler vergebens, denn hier war man man agil unterwegs und sprintete von Meilenstein zu Meilenstein. Und mit jedem Meilenstein musste er seine Vorstellungen noch weiter zurückschrauben. Es waren fast schon Stehsätze in der Zusammenarbeit: „Das steht aber nicht im Lastenheft!“, „Das geht leider im SharePoint-Forest nicht, das müssten wir in anderen Plattformen realisieren“ oder „Das können wir schon machen, ist aber ein ChangeRequest.“

Viele seiner Wünsche waren zu Beginn „kein Problem“. Und jetzt war plötzlich alles ein ChangeRequest, der extra bezahlt werden musste. Unerbittlich wurde jede Detailierung als ChangeRequest tituliert. Man rechnete mittlerweile in Tagen denn in Stunden und das ohnehin gut dotierte Budget schmolz wie ein Schneemann in der Frühlingssonne.

Testen, bis es krabbelt…

Schließlich man fand ein Ende. Leider keine Spur von intelligenter Lösung, keine ChatBots und eher SmallData statt BigData. Aber immerhin: Eine erste Lösung. Also wurde getestet.

Schnell drang lästiges Ungeziefer aus allen Ecken der neuen App. Jeder dieser Bugs musste von unserem tapferen Personaler einzeln aufgezählt und beanstandet werden, ein echt mühevolles Unterfangen. Mit seinem „digitalen Schlepper“ kam er da auch nur mehr schleppend voran. Kaum hatte man einen Bug eingefangen und gefixt, krochen auch schon wieder neue aus anderen Ritzen seiner App.

Auch die letzten Bugs konnten gezähmt werden und er edle Reiter verschwand mit seinem weißen Pferd in der Ferne. Und die zurückgelassene Lösung konnten endlich deployed werden.

Müde, enttäuscht, aber doch ein wenig stolz kehrte der tapfere Personaler mit seiner Intranet-App zurück in sein Büro. Er schrieb noch Schnell-Anleitungen und baute ein kleines eLearning für die erste Einschulung aller Kolleginnen und Kollegen.

Im digitalen Zauberwald liegen sie nicht, die Schätze…

Stolz, all die Abenteuer bewältigt zu haben und den Gefahren getrotzt zu haben, stellte er die alten Papier-Prozeduren auf seine neue Lösung um.

Wer dachte, dass der Zauberwald voller Überraschungen und Gefahren war, der ahnte noch nicht, was dem tapferen Helden nun widerfuhr.

„Viel zu unflexibel und starr“, waren noch die nettesten Ausdrücke, die er von seinen Kollegen zu Ohren bekam. „Das deckt doch unsere Bedürfnisse überhaupt nicht ab! Weltfremd, dieses HR, wie halt immer!“

Und aus vielen Ecken krabbelten erneut Bugs – da waren sie wieder diese Patch-Stände und die Browser-Probleme, die er sich im Zauberwald wohl wie eine Krankheit eingefangen haben musste.

Spätestens jetzt wurde ihm klar: Der Schatz liegt also gar nicht im Zauberwald da draußen, sondern hier in diesen Büros!

Kaum jemand – außer seinen IT Kollegen – ahnte von seinem Ausflug in den Zauberwald hinter der großen Wiese. Niemand wusste um seine Erlebnisse im Dickicht des Waldes. Mit der digitalen Umsetzung veränderte er den Prozess an sich laufend, sodass ihn die, die hier einfach weiterarbeiteten, nach seiner Rückkehr gar nicht mehr wiedererkannten.

Die Flexibilität des Papiers war weg, und der Nutzen der neuen App einfach nicht nachvollziehbar.

Vom tapferen Personaler zum großen Versager. Und dennoch Held.

Alle Häme zum trotz: er selbst wusste, er würde den Schatz heben. Stück für Stück.

Nein, nicht alleine draußen im Zauberwald. Sondern hier im Büro gemeinsam mit allen Kollegen seines Unternehmens. Er würde an den gelebten Prozessen mit echten Menschen arbeiten müssen, was nicht minder abenteuerlicher und gefährlicher sein würde.

Die Digitalisierung wären dann nur noch „einfache“ Ausflüge in den Zauberwald zu und mit seinen IT Kollegen. Aber die Weichen zum Erfolg würden hier gestellt. Seine Erlebnisse würden ihm helfen, die Digitalisierung zu treiben und seine IT Kollegen besser zu verstehen. Doch der Hebel liegt hier, live vor Ort und ganz real (nicht nur in diesem Märchen).

Und wenn er nicht gestorben ist, dann verfolgt er noch immer den Traum von der Digitalisierung im HR.

 

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