Dass HR weit mehr sein kann als der trollige Bär im Unternehmen, zeigte sich einmal mehr am HR Barcamp 14 in Berlin. Um wirklich gestalten zu können, braucht es Personalisten mit Empathie, Frechmut und „großen Eiern“.

Auf den Finanzmärkten steht der Bär für Pessimismus und Abschwung. Bären bewegen sich langsam, sind friedliebend und halten lange Winterschlaf. Das wird auch manchen Personalisten nachgesagt. Man traut ihnen wenig zu, wenn es darum geht, im Business-Alltag wertvolle Beiträge zu liefern.

Die 150 Teilnehmer des diesjährigen HR Barcamps im geschichtsträchtigen Berliner Hotel Ellington zeigten ganz andere Qualitäten. Allesamt HR-Profis, die wissen wie das Geschäft funktioniert und wie sie es bestmöglich unterstützen können. Viele Personalisten, die sich über bereits beschrittene neue, (frech)mutige Wege austauschten. Ganz im Stile einer Unkonferenz gab es kein festes Programm, sondern über 35 Themenvorschläge von allen Teilgebern. Und die 16 ausgewählten Session-Themen zeigten die gelebte Marktorientierung eindrucksvoll.

Egal, ob im „total verrückten HR-Taxi“, mit dem gleichzeitig die Schweiz vor einem Pflegenotstand bewahrt und das fiktive Nagelstudio „Pink Nail“ auf Vordermann gebracht wurde, oder mit der HR-Daily Soap im TV für potentielle Kandidaten: Die Möglichkeiten in der HR-Kommunikation haben wir alle bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Doch manchmal happert es dann doch selbst an der Umsetzung des Bekannten…

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Apropos HR-Kommunikation: „Mobile“ war auch heuer wieder großes Thema. Das Beispiel der Allianz lässt vermuten: Mobile Recruiting funktioniert zwar technisch, aber menschlich haut es (noch) nicht hin. Damit sind Bewerber wie Recruiter gemeint. Dennoch denkt HR schon darüber nach, Mobile auch in der internen Kommunikation einzusetzen. Das Intranet als App am Smartphone. Auch da steckt noch jede Menge Potential an Möglichkeiten.

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Also, es ist was los in HR. Die Zeichen stehen gut, und wenn sich HR gut positioniert, ist der Aufschwung von HR kaum aufzuhalten (so eine der diskutierten Thesen). In der Finanzwelt stehen die Bullen (sorry, liebe Damen!) für den positiven Aufschwung. Und Bullen haben bekanntlich viel (Mannes)Kraft. „Ob Mann oder Frau, Personalist(in) braucht Eier“, wie es Ralph Tometschek auf den Punkt brauchte.

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Doch „Eier“ alleine sind zu wenig, um aus Bären Bullen zu machen. Das wären dann wohl nur, wie wir in Österreich sagen, Eierbären. Gefragt sind Durchsetzungskraft und Elan gegenüber dem Management und den Führungskräften, denn die erwecken HR vor Ort zum Leben. Da geht es um interne Kulturarbeit und Innovationsfreude im Unternehmen. Und auch hier sind neue Wege bereits gegangen; ein paar Beispiele: Mystery Lunch, Innovation Camps, Social Days oder Lernsafaris.

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Dabei stur die Aufträge des Managements abzuwickeln, ist Sache des Bären. Man muss gemeinsam Wege in die Zukunft finden und nicht nur nach der Pfeife anderer tanzen. Das ist ja eher die Sache der Tanzbären. Die Themen intern thematisieren, diskutieren und aktiv angehen ist Sache der Bullen. Eigene Wege definieren und diese durchsetzen wird nötig sein, um Unternehmen zukunftsfit zu halten.

Die Zukunft gehört den Personalisten mit Empathie und gesunden Menschenverstand; denen, die vor-, nach- und querdenken; und denen, die mit Begeisterung und Frechmut anpacken. Die ersten Vertreter scheinen schon am Werk zu sein, doch werden diese dann noch HR heißen?

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P.S. Ein Dank für die Organisation des HR BarCamps ergeht an  Jannis Tsalikis und Christoph Athanas sowie an die (Haupt)Sponsoren Employour, XING und tmpworldwide.

 

P.P.S. Weitere Zusammenfassungen zum HR BarCamp 2014
Crosswater Job Guide, Helge Weinberg: „The place to be“ – das HR BarCamp Berlin: Top-Themen, Eindrücke und Meinungen
Employer Branding von morgen, Robindro Ullah: #HRBC14 – kein Plan und trotzdem innovativ oder gerade deswegen?
Geist und Gegenwart: HR BarCamp: Moderne Vordenker im Personalwesen
GOODPlace, Monika Kraus-Wildegger: HR Barcamp 2014 – Trends, Top-Themen und was wir von Early Adopters lernen können
Leipziger HRM Blog, Peter M. Wald: Viele Impulse und Feelgood beim HR BarCamp 2014 – auch ohne neues Buzzword
Maisberger, Nathalie Merkle: Überlebensstrategien für Personaler, eine wilde Taxifahrt oder geteilter Job gleich gemeinsame Karriere – das HR BarCamp 2014
Mein Freund die Arbeitgebermarke, Jannis Tsalikis: Sie waren wieder frechmutig, neugierig, sowas von digital – und haben Big Balls!
metaHR, Christoph Athanas: HR BarCamp 2014: Impressionen aus der wilden Welt der innovativen HR
networkfinder.cc, Michael Rajiv Shah: #HRBC14: “Ob Mann oder Frau, Personaler(in) braucht Eier” Starkes HR-Stück
Personalmarketing2null, Henner Knabenreich: HR Barcamp 2014: One-Click Bewerbung, heißer Scheiß für Personaler und das total verrückte HR-Taxi
socialmediarecht.de, Nina Diercks: Die Pflicht: Das HR BarCamp und mein Rückblick auf die Session: “Der heiße Sch*** der Personaler & Recht” und Die Kür: Das HR
BarCamp 2014 und mein persönlicher Rückblick

soziales Brand:Marketing, Dominik Hahn: Mobile Recruiting funktioniert …. (noch) nicht – oder warum Mobile Recruiting wie Opel ist
Springer, Juliane Wagner: Einstellungssache – Personalmarketing der Zukunft
Talent-o-Mat, Bernd Konschak: HR BarCamp 2014 – Rückblick
Volker Seubert: HR Barcamp 2014
Wollmilchsau, Alexander Fedossov: HR BarCamp – Ein Event zum Verlieben
wuv, Raoul Fischer: HR BarCamp 2014 Praxiswissen aus der Crowd
Henrik Zaborowski: HR Barcamp      2014 – Oder: Was von #hrbc14 übrig bleibt

Bild: Flickr.com

 
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